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Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    Standard Anker sichern bei Schäkelbruch

    Liebe Segler

    Ich habe auf meiner Oceanis 393 eine neue Ankerwinsch montieren lassen. Gleichzeitig liess ich auch den Ankerwirbel TWIST von Osculati montieren. Den Ankerwirbel und den Anker verband ein Innensechskant U-Schäkel 10mm.

    Der Ankerschäkel hat sich entweder beim Ankerheben oder schon davor beim Schwojen so verbogen, dass der Bolzen ausriss (siehe Bild). Der Anker rutschte dann beim Heben aus dem Schäkel und verschwand auf Nimmerwiedersehen in der Tiefe. Da ich im Hafen über Buganker und Heckleinen am Quai war, hatte ich auch keine Ankerboje zur Ankerrettung gesetzt.

    Die WL, resp. die BL des verbogenen Schäkels liess sich nicht mehr eruieren, ebensowenig der Hersteller (billiges Chinafabrikat ??).

    Ich habe mir inzwischen einen neuen Innensechskant-Schäkel beschafft. Wichard 10mm Bolzen, WL 850kg, BL 1400 kg.
    Den Bolzen sichere ich mit Loctite.

    Frage: Gibt es zusätzliche Sicherungsmöglichkeiten, wie zb. Dynemaa strop zwischen Anker und Wirbelschäkel oder anderes ?

    Besten Dank für eure Hilfe

    René
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  2. #2
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    Prinzipiell haben wir unseren Anker 12 Jahre nur am Schäkel ohne jede zusätzliche Sicherung gefahren. Bei den zig Charterbooten der letzten 45 Jahre war auch niemals eine zusätzliche Sicherung vorhanden. Da hast du sicherlich außerordentlich Pech gehabt.
    Herzliche Grüsse aus Wien
    Peter

  3. #3
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    Zitat Zitat von Phiro Beitrag anzeigen
    ........ (billiges Chinafabrikat ??).

    ........
    Euro ist keine Stahlbezeichnung und auch keine Festigkeitszusage. Es liegt einfach an der unsachgemäßen Handhabung.
    Der Schäkel zeigt Spuren von Rost. Es liegt nahe, dass es sich um Kontaktkorrosion handelt. Ich gehe davon aus, das der Anker oder andere Teile, die mit dem Schäkel in Kontakt waren aus (verzinktem) C-Stahl sind. Durch diese Kontaktkorrosion startet die nicht sichtbare Spannungsrisskorrosion, eine Schwäche der meisten Austeniten.
    Es ist eine schwere Sünde Niro (Austenit) mit C-Stahl zu kombinieren. Ohne billigen Chinaschrott auszuschließen liegt die Ursache nicht am Preis sondern an der o.a. gefährlichen Kombination die durch Chloridangriff (Seewasser) und warme Temperatur beschleunigt wird.

    Du befindest Dich in guter Gesellschaft, hunderte Brüche haben die gleiche Ursache, vor allem in warmen Gewässern. Das diese Gefahr so wenig bekannt ist, kann man dem "Chinaschrott" nicht vorwerfen.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  4. #4
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    Hallo Franz

    Der Schäkel (inklusive neue Ankerwinsch und Ankerwirbel) war knapp 4 Woche alt, der Anker aus verzinktem Stahl und ca. 20 Jahre alt. Kann denn die Korrosion innert 4 Wochen so rasch fortschreiten, dass sich der Schäkel gemäss Bild verbiegen kann und demzufolge der Bolzen ausreisst ?

    Ich habe etwas vergessen zu beschreiben, der Bolzen ist ja in der Mitte durchtrennt. Das habe ich mit einem Winkelschleifer gemacht, damit ich den Schäkel aus dem Ankerwirbel ziehen konnte. Der Schäkel hat sich wirklich nur verbogen und der Bolzen ist dann ausgerissen.

    Grüsse aus der Schweiz

    René

  5. #5
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    Bei Imbus-Schäkeln am Ankergeschirr hab ich von Haus aus Bauchschmerzen. Ich hab's so gelöst, dass ich einen Schäkel mit "normalem" Bolzen mit Loctite angeknallt und anschließend das überstehende Teil (wie heißt das eigentlich?) abgesägt habe.

    Gruß

    Benno

  6. #6
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    Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann zusätzlich zum Schäkel ja noch ein Stück Dyneema Leine zum verbinden nehmen. Die hält mehr als jeder Schäkel gleicher Stärke und kann leicht auf Beschädigungen kontrolliert werden.
    Michael
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  7. #7
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    Zitat Zitat von Phiro Beitrag anzeigen
    ........... Kann denn die Korrosion innert 4 Wochen so rasch fortschreiten, ...............
    Ja, das kann. Das ist eben das Gemeine der Spannungsrisskorrosion, man weiß nicht, wie schnell sie fortschreitet und ob überhaupt. In den meisten Fällen geschieht nichts, in anderen nach Wochen, Monaten, Jahren.
    Normalerweise dürfte im maritimen Bereich nur Material verwendet werde, dass gegen die Spannungsrisskorrosion gefeit ist, aber so lange von den "Fachleuten" in V2A und V4A unterschieden wird, ist daran nicht zu denken. Meistens geht das ja gut.

    Ein sehr renommierter Chirurg hat an meiner Wirbelsäule zwei Schrauben verwendet, eine ist gebrochen. Auf die Frage, mit welchem Moment er die angezogen habe, antwortete er verständnislos: So fest wie möglich. Mechanische Überbeanspruchung plus Chloridangriff - Bruch. (einem Schlosser wäre das nicht passiert)
    C-Stahl verbiegt sich und rostet, aber man kann die Gefahr sehen. Das Aussehn und die grobe Oberfläche würde man ihm nachsehen, aber dass er billig ist - niemals

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  8. #8
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    Zitat Zitat von Phiro Beitrag anzeigen
    Wichard 10mm Bolzen, WL 850kg, BL 1400 kg.
    Sicher dass du da einen Wichard hast? Die 10er von Wichard haben alle eine BL von mindestens 4300kg. Du hast vermutlich eine 10er Kette. Da einen Schäkel mit weniger als einem Drittel der Bruchlast der Kette zu nehmen erscheint mir... suboptimal zu sein.

    Ich verwende den HR Schäkel von Wichard. Der hat eine höhere Bruchlast als die Kette:

    https://marine.wichard.com/en/stainl...les/part-11245
    Michael
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  9. #9
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    Das sind diese Murksbolzen im Schäkel, bei denen eine Sicherungsschraube von der Gegenseite verwendet wird.
    Ausserdem würde ich auf Edelstahl (bis auf wenige Werkstoffnummern) im Salzwasser bei Kette, Anker und Schäkeln verzichten.
    An meinem verzinkten Stahlgeschirr, verbindet ein "Green Pin" Schäkel mit einer SWL 0,75T Anker und Kette. Die Bruchlast ist 4,5T. Gesichert ist der Bolzen nicht durch anbohren und einsetzen einer zweiten Schraube, sondern mit einem verdrillten Sicherungsdraht, wie ich es vor Jahrzehnten in der Fliegerei gelernt habe.
    Beste Grüße

    Dieter

  10. #10
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    Leute, entscheidend ist nicht die Bruchlast, die reicht in jedem Fall, es ist die Korrosion, die Eure Niroteile schrottet.
    In der Industrie hat man das längst gelernt. Firmen die Austenite verbauen werden verpflichtet für die Verarbeitung der Nirostähle eine eigene Baustzelleneinrichtung bereitzustellen und sicherzustellen, dass kein Werkzeug, dass mit C-Stahl in Verbindung kam, im Nirobereich zu verwenden. Ihr redet von Bruchlast und baut leichtfertig C-Stahl an Austenit. Nochmal(!), Die Kombination der beiden Sorten ist eine schlimme Sünde.

    Bei den nichtrostenden Stählen unterscheidet der erfahrene Skipper in V2A (Chinaschrott) und V4A (das hält). Völliger Unsinn, beides gibt es seit der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts nicht mehr.
    Es gibt ferritische CrNi-Stähle (Die Handwerker reden von Scheiß-VA) und austenitische. Die austenitischen neigen zu Spannungsrisskorrosion wenn sie...
    - mit C-Stahl in vernindung kommen
    - einem Chloridangriff unterliegen
    - über die Elastizitätsgrenze belastet wurden
    Eine Kombination beschleunigt die Korrosion.
    Die Austenite gibt es in in vielen verschiedenen Legierungen und Reinheiten. Die Liste ist seitenlang. Einige werden mit Mo und Ti legiert, was der Korrosion entgegenwirkt.
    Seit einiger Zeit gibt es noch so genannte Duplexstähle, die haben sowohl ein ferritisches als auch ein austenitisches Gefüge, sie sollen für Spannungsrisskorrosion nicht empfindlich sein (keine eigene Erfahrung)
    Besonders reine und Ti, Mo stabilisierte Stähle sind einigermaßen seewasserbeständig, die sind allerdings sehr teuer. Aber nur teuer reicht nicht.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

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