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  1. #1
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    Standard Trimaran Corsair 24 MK I

    Wer hat mit dem Trimaran Erfahrung gesammelt und kann Tipps, Hinweise auf Problemzonen oder Schwachstellen geben.

  2. #2
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    Ich hatte eine MK 1. War auf dem Bodensee und bei wenig Wind von den Segeleigenschaften ok, bei Welle und etwas Zuladung wegen den viel zu kleinen Schwimmern aber ungeeignet. Genervt hat mich die rustikale Verarbeitung, der versiffte Wandteppich und der katastrophale Service incl. Ersatzteilversorgung. Ich habe das Ding schnell wieder verkauft und mir eine ältere Dragonfly 800 zugelegt. Danach hatte ich noch eine Dragonfly 920, der ich heute noch nachweine. Wenn die Gesundheit noch mitspielen würde, würde ich mir sofort wieder eine Dragonfly zulegen aber bestimmt keine Corsair.

  3. #3
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    Soulsailer besten Dank für Deinen Beitrag.
    Ich hatte bis Pfingsten einen Corsair 28 EC den abgegeben habe da ich mich verkleinern möchte.
    Die Qualität des Service bei Corsair und die der Ersatzteilversorgung ist mir bestens bekannt. Da ist viel Luft nach oben.
    Nachdem ich auf ein paar Reserveschrauben gute 18 Monat gewartet hatte, habe ich bei Bedarf auf europäische Produkte und bei Schraubverbindung aufs metrische Maß umgerüstet. Da habe ich mich nicht lang rum geärgert. Ein Segelkollege, auch ein C-Segler, nannte sie mal Feierabendhändler.
    Die rustikale Verarbeitung und die doch recht spezielle textile Bespannung der Kajütenwände und der Decke ist mir nicht unbekannt.
    Ich habe sie mit einem Teppichreinigungsgerät in Façon gehalten, in der Kajüte für gute Belüftung und im Winter für ein trockenes Klima gesorgt. So hielten sich Schimmelattacken in engen Grenzen. Bei mir sah die Wandbespannung aus wie neu.
    Einen Tri zu überladen ist keine besonders gute Idee und man sollte es tunlichst vermeiden. Da dürfte beim C 24 auf Grund seiner geringen Größe nur wenig Spielraum sein. Da ich aber nur noch Tagesfahrten machen möchte dürfte sich mein Gepäck in engen Grenzen halten.
    Den DF 800 und der DF 920 kenne ich auch gut, es sind für mich schon GFK-Klassiker. Leider ist der Markt für Trimarane, besonders für Dragonfly, so gut wie leer gekauft, oder sie werden zu außerirdischen Preisen angeboten.
    Das der C 24 seine konstruktiven Mängel hat und er mit dem Leeschwimmer zum Unterschneiden neigt ist mir bekannt. Er dürfte im Vergleich mir den heute angebotenen Modellen von Corsair und DF nur noch wenige Gemeinsamkeiten haben.

  4. #4
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    Wie die augenblickliche Marktsituation ist weiß ich nicht. Eigentlich war sie ja bei Trimaranen immer etwas verrückt. Selbst für Gebrauchte musste man immer viel Geld hinlegen. Wenn man sie wieder verkaufte bekam man allerdings häufig das Geld zurück. Unserer Dragonfly 800 verkauften wir ohne Verlust und bei der Dragonfly 920 bekamen wir beim Verkauf sogar mehr Geld als wir 8 Jahren zuvor bezahlt hatten. Deine Argumente verstehe ich gut und als Daysailer wird die MK 1 vor allem bei gemäßigten Bedingungen gut funktionieren. Wenn man weniger Geld ausgeben möchte ist eine Corsair vermutlich trotz all ihrer Nachteile eine gute Option, denn von der Langlebigkeit sind sie mit mit einer Dragonfly zweifellos gleichauf.

  5. #5
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    Stimmt es, dass eine Corsair 24 einen Yardstick von um die 100 hat?
    Ich finde das Boot sehr schön, viel eleganter als der alte 27er.
    Aber bei einem Gebrauchtpreis von fast 30Tsd gibt es auch die eine oder andere Gelegenheit, einen mono, der ca 10% schneller segelt und viel mehr Platz im Innern bietet, zu bekommen.
    Oder sehe ich da was falsch?

  6. #6
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    Zitat Zitat von salalamb Beitrag anzeigen
    Stimmt es, dass eine Corsair 24 einen Yardstick von um die 100 hat?
    Ich finde das Boot sehr schön, viel eleganter als der alte 27er.
    Aber bei einem Gebrauchtpreis von fast 30Tsd gibt es auch die eine oder andere Gelegenheit, einen mono, der ca 10% schneller segelt und viel mehr Platz im Innern bietet, zu bekommen.
    Oder sehe ich da was falsch?
    Ja , du siehst es falsch .
    Yardstick ist ein empirisches Verfahren . Die Qualität ist von der Menge der bei Wettfahrten aufgenommen Daten ( elapsed time ) abhängig . Je mehr Wettfahrten bei unterschiedlichsten Verhältnissen und Kursen ein Schiffstyp mitgesegelt hat , desto genauer sein durchnittliches (!) Geschwindigkeispotential , seine Yardstickzahl .
    Folglich sagt die Yardstickzahl nichts über das absoltute (!) Geschwindigkeitspotential eines Schiffes aus .


    Beispiele für das Dilemma des empirischen Verfahrens :

    Ein neuer Schifstyp , Multihull , tritt bei einer Wettfahrt an . Der Kurs geht direkt von A nach B über freies Wasser . Leicht raumer Wind , TWA 110° , 15-20kn .
    Als Ergebnis bekommt der Multi eine vorläufige , sehr niedrige Yardstickzahl .
    Wiederholen sich die Verhältnisse bei den nächsten Wettfahrten , wird diese Yardstickzahl manifestiert .

    Ein neuer Schiffstyp , Mono , eine ausgesprochene Kreuzmaschine . Kurs direkt
    von A nach B , leichter Wind genau von vorn .
    Die anhand des Ergebnisses , der gesegelten Zeit ( elapsed time ) ermittelte vorläufige Yardstickzahl kannst du dir selbst denken , den Rest sicher auch .
    Anders ausgedrückt , ein Dragster ist auf dem Speedstrip verdammt schnell , ein Rallyeauto ist auf seinem Parcour verdammt schnell . Wer ist schneller ?

    Nicht umsonst gibt der DSV jedes Jahr eine neue Liste mit Yardstickzahlen heraus . Die Zahlen der neueren Schiffstypen sind darin angepasst . Je mehr Wettfahrten ein neuer Schiffstyp , desto .....
    Die Yardstickzahlen der großen Klassen hingegen ändern sich nicht mehr .

    Es gibt zusätzl. Revieryardstickzahlen
    Während z. B. Eine ausgesprochen Binnenjacht für die Kreuz auf Glattwasser und bei Leichtwind in Bayern eine erstaunlich niedrige Yardstickzahl hat , kann sie diese beispielsweise bei Strom gegen starken Wind auf der Elbe niemals herraussegeln . Ergo erstellen einige Landesverbänded und Vereine eigene Yardsticklisten .
    Geändert von supra (07.09.2021 um 16:55 Uhr)
    O.K., wir haben sie jetzt da wo sie uns haben wollen.

  7. #7
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    Mmh, wieder was dazugelernt. Gibt es überhaupt offizielle Yardstick Zahlen für Mehrrumpfboote? Nach meinem Wissen wird ihr Leistungspotenzial nach einem sogenannten Texel Rating bewertet. Mit unserer alten Corsair 24 waren wir am Bodensee auf jeden Fall den meisten andren Segelbooten von der Segelleistung weit überlegen und mit unserer späteren Dragonfly 920 konnten wir um alles Kreise fahren was Kojen an Bord hatte.

  8. #8
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    Das Texel Rating ist , wie der Name schon sagt ein Rating .
    Der Niederländer Nico Boon hat es für die größte Mehrumpfbootwettfahrt der Welt , Rond Texel entwickelt , über Jahrzehnte verbessert , verfeinert .
    Ursprünglich war das Texelrating vorgesehen um das Potential der vielen verschiedenen Beachcats zu relativieren . Die Boote wurden , und werden , nicht vermessen .
    Alle Parameter , als da sind Segelfläche WL , Bwl , Masse , und vieles mehr fließen in eine Formel . Nico hat anhand der gesegelten Zeiten und der Verhältnisse die Formel immer wieder angepasst . Am Ende war sie kugelsicher und wurde schliesslich auch bei Kajütmultis angewendet . In den Niederlanden , Südafrika und Australien wird nach Texerating gesegelt .
    Das Texelrating ist anwenderfreundlich . Jeder Schiffstyp hat seine Zahl , die Ergebnisse einer Wettfahrt ( corrected times ) werden wie beim Yardstick ausgerechnet .

    Nico Boon .
    Als ich von ihm das Rating meines Schiffes errechnen liess , streute er ein
    , dass seine Formel seit Jahrzehnten hergab , dass die max. Geschwindigkeit eines
    Multis der zweifachen Geschwindigkeit des Schiffes hoch am Wind entspricht .
    Ich konnte das in den Folgejahren bestätigen .

    Nico , der Formel- und Zahlenzauberer , hatte auch einer Umrechnung der Ratingzahl zur Yardstickzahl parat. Für meinen Tri waren das , glaube ich 120 TR zu 84 Yardstick .

    Um an gerechte , " reale " Yardstickzahlen zu kommen , empfehle ich in die Texel -Ratingliste der bereits berechneten Multihulls zu kucken und diese umzurechnen . Man umgeht so das empirische Dilemma der wenigen Mehrrumpfboote .

    Die "Großserienmultis , F- Boats, Corsairs , Dragonflies , Fountaine- Pajot , sind meines Wissens gelistet .
    Einen Link zum Texel- Rating, bzw. der Liste , suche ich jetzt nicht mehr heraus .
    Grabt selbst unter " CTC " ; Catamaran Trimaran Club Nederland , oder einfach unter " Texel- Rating " .


    Nachtrag

    Diese Schiffe wurden vermessen , d. h. gewogen , deren tatsächliche , oft individuellen , vom Standard abweichenden , One-Off bedingten Parameter flossen in Nicos Formel .

    http://www.texelrating.org/pub/RatingGrid.php

    Es gibt auch noch eine Liste der unvermessenen Serienschiffe .


    P.S.
    Mit TR 120 hatte ich ein schnelles Schiff , cool . Sie hat uns weit und sicher gebracht .
    Am Ende habe ich sie " umgebracht " . Ich konnte mehr als sie , mehr als 16Kn Durchschnitt über 100Nm konnte sie nicht . Braves Biest .




    .
    Geändert von supra (07.09.2021 um 18:39 Uhr)
    O.K., wir haben sie jetzt da wo sie uns haben wollen.

  9. #9
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    Danke für den interessanten Hintergrund. Ja, Trimarane sind schon einzigartige Boote. Ich bin in über 50 Jahren viele unterschiedliche Schiffe gesegelt, nichts war vergleichbar und annähernd faszinierend.

    Hierzu gibt es auch ein schönes Zitat vom großen Paul Elvström:

    “My last boat was the Dragonfly 800, which I had for 10 years. The boat gave me a lot of happy memories that I still treasure today. Age forced me to end sailing my Dragonfly 800 BES – I did it with tears in my eyes.”
    Paul Elvström, Denmark

  10. #10
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    In der Yardstickliste dsv stehen nur Strandkats, keine größeren Cats und Tris. Es gibt aber eine Bodenseeyardsticktabelle, dort sind auch einige Farrier und dargonfly mit Yardstick vermerkt (zB die Corsair 24er mit YS 96).
    Natürlich sind die Zahlen nicht 1: 1 mit Monos vergleichbar, aber einen gewissen Anhaltspunkt wird man danach sicher haben.

    Ich habe den Eindruck, das Tris bei glattem Wasser vor allem halbwinds und raumschots große Vorteile haben, an der Kreuz deutlich weniger.

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