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  1. #1
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    Standard teakruder wie behandeln

    Moin, liebe Leute,
    habe ein Teakruder, das unter der Beschichtung feucht geworden ist. In den letzten Jahren habe ich, wenn die Farbe sich am Ruder gelöst hat
    , nur diese Stellen neu geprimert und mit Antifouling versehen .
    Habe in diesem Herbst alles abgeschliffen und siehe da, das Ruder war im gesamten Unterwasserbereich feucht. Habe ein elektronisches Messgerät , im Überwasserbereich Werte so um die 35, unter Wasser zwischen 100 und 50, gemessen von unten nach oben. Vom Fachhändler ein Holzimprägnieröl empfohlen bekommen, zu Hause dann festgestellt, dass das überhaupt nicht für den Unterwasserbereich vorgesehen ist. Anrufe bei der Herstellerfirma bestätigten das.
    Jetzt bin ich ratlos. Was würdet Ihr empfehlen, welches Produkt, welche Behandlung.
    Im Augenblick erholt sich das schön abegeschliffene Ruder in einem warmen Raum von dem Wasserdruck
    Beste Grüße aus Kiel
    Abendsonne

  2. #2
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    Standard

    Habe vor Jahren ein beschichtetes Holzruder (Bootsbausperrholz) ertüchtigt. Beim Vorbereiten für neues Antifouling spürte man akustischen Merkwürdigkeiten. Beim Abklopfen wurde das deutlich. Die Beschichtung an den auffälligen Stellen wurde entfernt, darunter befanden sich ausgedehnte „Torfnester“. Beim Entfernen des maroden Holzes wurde auch die Verletzung offensichtlich, der Eintritt der Ruderwelle in das Blatt.
    - Das Ruder wurde über den Winter im Heizungskeller gelagert.
    - Die entstandenen Hohlräume mit „Holzepoxi“ (Sägemehl mit Epoidharz) ausgefüllt
    - Das komplette Ruderblatt neu überlaminiert und glattgeschliffen
    - Den Eintritt der Welle sorgfältig mit Epoxiverguss und Silikon gedichtet
    - Das komplette Blatt mit 5 Lagen VC-Tarr beschichtet
    Bis zum Verkauf des Bootes (6 oder 7 Jahre) keine Auffälligkeiten.
    Das Holz muss absolut trocken sein und die Beschichtung dicht.

    Gruß Franz
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    halber Wind reicht völlig

  3. #3
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    Hallo Franz, danke für Deine Antwort. das sah ja wirklich schlimm aus, Dein Ruder. Gottseidank liegt bei mir wohl der Fall einfacher. angehängtes Ruder ohne Ruderwelle und keine weichen stellen, alles schier. Meine Befürchtung ist, dass die Beschichtung immer mal verletzt werden kann, und man das von außen gar nicht bemerkt. Deswegen würde ich mir schon wünschen, eine Imprägnierflüssigkeit zu haben, die dem Wasserdruck von außen widersteht. So etwas müsste es doch wohl geben?
    Ein Rat, den ich schon bekommen habe, war, Ruder einfach mit Bootslack überstreichen?
    Schöne Grüße
    Jochen

  4. #4
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    Bootslack hilft nicht, wird rissig und lässt wieder Wasser hinein. Aufgrund von REACH scheint es keine reinen Imprenierungsmittel für Teakholz zu geben, die auch im Unterwasserbereich zu verwenden sind.
    Toplicht in HH hat eine Liste an Impregnierungsmitteln für Holz:
    https://www.toplicht.de/de/farben-bo...impraegnierung

    Meine Werft hat bei mir mein Totholz (kein Teak) im Kiel mit Owatrol D1/ IMP impregniert und darauf einen Chlor-Kautschuk Primer (Primocon) gesetzt.
    Das Owatrol sollte dem Wasserdruck widerstehen..
    Die sehr flüssigen Impregnierungsmittel, die auch den Pilzbefall verhindern sollten sind mittlerweile alle verboten (REACH).

  5. #5
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    Zitat Zitat von abendsonne Beitrag anzeigen
    ..........., dass die Beschichtung immer mal verletzt werden kann, .........
    Das ist so!

    Wenn dann die Temperatur im Winterlager steigt, oder gar die (Abend)Sonne darauf scheint, bildet sich eine Blase. Die kann man möglichst frühzeitig öffnen und großflächig aufschleifen und in der kalten Winterluft, noch besser in der angewärmten trockenen Luft zuhause, lange Zeit trocknen lassen (vor Regen schützen).
    Das angehängte Ruder ist in dem Fall klar im Vorteil gegenüber dem Spatenruder. Der Hafenmeister könnte schon muggsch werden wenn man Gruben in die Außenlagerfläche buddelt um das Ruder abzusenken (haben wir nach Absprache schon gemacht)
    Die beschichteten Holzblätter sind keine geniale Lösung, waren aber damals gang und gäbe.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  6. #6
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    Standard

    danke für eure Antworten ,sie haben mir geholfen,
    das Ruder hängt jetzt bei mir im Wohnzimmer und wird warme Weihnachten erleben ,
    und dann sehen wir weiter
    schöne Grüße Jochen

  7. #7
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    Standard

    Ich konnte mein Ruder seinerzeit zum Trocknen bei einem Autolackierer in der Trockenkabine abstellen.
    Wenn du da irgendwie Kontakt hast ...
    Tschüß, Bronsky

    Rennyachten kreuzen gut, Kreuzeryachten rennen nicht

  8. #8
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    Standard Ritzen im Holzruder

    Mir sind am Ruder diese Parallelen Spalten im unteren Bereich aufgefallen
    ich vermute dass das Ruder aus verleimten Stäben besteht
    meine Frage ist ,muss ich diese Spalten bzw Ritzen bearbeiten wenn ja wie?
    Leicht ausschaben und mit Epoxy ausfüllen? Oder einfach den Primer hinein laufen lassen was meint ihr ?
    Gruß Abendsonne
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  9. #9
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    Standard

    Das Ruder ist "in Auflösung" begriffen. Offensichtlich lösen sich die Verleimungen.

    Ich würde das Ruder zur Gänze in eine Hülle aus Epoxilaminat stecken. Die Leimfugen vorab mit Epoxiiharz (ev. angedickt) füllen, überlaminieren mit Gewebe, an den möglichen Berührungsstellen(Rudersohle und Achterkante) doppelt. Anschließend spachteln, schleifen. Nachher kannst du den normalen Unterwasseraufbau machen.
    Herzliche Grüsse aus Wien
    Peter

  10. #10
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    Standard

    Ich habe einige Male bei Abdichtung geplankter Holzschiffe mittels Epoxy assistiert.
    Die offene Fuge wurde mittels Oberfräse keilig ausgefugt. Als Führung, Anschlagschiene, wurden dünne Leisten auf das Werkstück genagelt. Nach dem Ausfräsen wurde die keilformige Nut massig mit Epoxy eingestrichen. Eine keilförmige Leiste wurde in die Nut gedrückt, das klappt auf bei strakender Nut ( U-Schiff ) gut. Gegebenenfalls wurde die Leiste mittels einiger dünner Nägel, die wir nicht ganz reinklpppten , auf , in das Werkstück fixiert. Alles herausquillende Epoxy wurde danach abgewischt. Nach dem Aushärten wurden die Nägel gezogen, auch die der Führungsleiste. Die keilige Leiste wurde auf 0 heruntergehobelt. Die Nagellöcher wurden mit Epoxy gefüllt. Bei den von uns bedeuteten U- Schiffen folgte ein üblicher Farbaufbau. Die Schiffe waren anschließend wieder dicht.

    Die Fräsen und die Keilleiste müssen nicht zwingend keilig , bzw, " dreieckig" sein. Wir entschieden uns damals dafür um ein Maximum an Kraftschlüssigkeit zu erreichen, deswegen auch unsere Nägel. Ähnlich also dem klassischen Kalfarern, bei dem man das Werk zwischen , in die Fugen kloppt , den Riss aufweisen, maximal füllt und anschließend mit aushärtendem Teer trinkt.
    Die Vorgehensweise mit Keilleisten halte ich bei sphärischen Werkstücken ( Rümpfen) für optimal.
    Des TEs Ruderblatt nun ist plan. Die einzelnen Planken waren an den Flanken verleimt.
    Da tut es meines Erachtens auch eine rechteckige Nut . Epoxy braucht ja keinen Anpressdruck wie Leim, anders ausgedrückt es überbrückt Lücken, das Ergebnis ist dennoch kraftschlüssig, auch , weil das Epoxy , je dünnflüssiger , zwischen den nicht ausgefrästen Flankenteil fließen wird( Kappilarwirkung). Solch Epoxyverklebung mit "Füllholz" kommt einer Neuverleimung der Planken gleich, m. E. mindestens.
    Ich würde das Ruder auf jeder Seite 30-40% der Dickte rechteckig Einfräsen, ( nacheinander , nicht beide Seiten gleichzeitig) , dann, siehe oben.
    Ich würde Hartholz für die einzuklebende Leiste nehmen.
    Ob ein anschliessendes Überlaminieren mit Gewebe und Epoxy notwendig ist, oder ob eine Versiegelung mit Epoxy reicht ? Ich tendiere zu Letzterem, weil, die Festigkeit des Ruders ist meiner Ansicht nach wieder hergestellt
    Ohne Gewähr das alles.

    Nachtrag
    Auf zweien meiner früheren, damals schon älteren, Schiffe riss mir die Nut, die Göhl am hölzernen Großbaum unter dem Schothorn aus. Wir brachten halt Kick drauf. Wir bogen und biegten die hölzernen 3/4 Masten , ursprünglich für Makkosegel ausgelegt , teilweise bis....
    Wir konkurrenzfähig, wir fuhren an sich unflexible Riggs flexibel.
    Meine kaputten Großbäume brachte ich zu meinem Freund, dem Bootsbauer. Er machte eine Schäftung, eine passgenaues neues Stück und Leiste es mit Ciba Leim mittels Schraubzwingen ein . Es hielt, besser und länger als das Original.
    Was ich sagen will , gute Verleimung , vor allem Verklebung mit Epoxy , ist Komposit. Ein Komposit nutzt alle Möglichkeiten der verschieden Komponenten , sie ergänzen sich gar ( wenn richtig angewendet).
    Geändert von supra (18.11.2021 um 21:23 Uhr)
    O.K., wir haben sie jetzt da wo sie uns haben wollen.

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