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  1. #1
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    Standard Nicht reservierbare Liegeplätze in Kroatien

    Liebes Forum!

    Mich würden Eure Erfahrungen und natürlich Empfehlungen mit Liegeplätzen in Kroatien ganz generell interessieren. Ich habe nach zahlreichen Törns als Crew 2019 die Ausbildung absolviert und letztes Jahr gleich 4 x je eine Woche als Skipper gechartert. Und, was soll ich sagen, 4 x die selbe Erfahrung mit Liegeplätzen in "nicht privaten" Marinas/Häfen gemacht. Marinas (zB ACI), in denen man Liegeplätze reservieren kann (zB via my-sea oder telefonisch) habe ich am Vortag oder am selben Tag früh morgens kontaktiert, hat super funktioniert. In den meisten bekannten Törn-/Hafenführern liest man immer die Empfehlung Häfen/Marinas, die keine Reservierung bieten rechtzeitig einzulaufen, um einen Liegeplatz zu ergattern. Soweit so gut. In meinem Premieren-Jahr als Skipper gehe ich natürlich auf Nummer sicher und bin mehrmals in besagte Häfen bereits am frühen Nachmittag so gegen 16 Uhr eingelaufen. Kein Platz. Naja, Platz hätte es gegeben, Marineros haben mich aber mehr oder weniger weggeschickt mit dem Hinweis, ich müsse früher kommen. Soweit so gut, nächstes mal um 14.30 eingelaufen. Selbes Spiel. Und das sowohl Anfang und Mitte Juni als auch Ende September, dachte da wäre weniger los. Aber es hat auch nicht daran gelegen, dass viel los war - Plätze waren ja frei und auch bei Ankunft um 14.30 hatte ich kein Glück. Frei Plätze, Hinweis der Marineros ich soll nächstes mal früher kommen. So geschehen gleich mehrmals zB in Hvar Stadt oder Kut (Vis). Bin in Kut zB dann an einer Boje gelegen und hab am Abend den Marinero gefragt, wann ich kommen müsste um einen Platz an der Mole zu bekommen und ob das überhaupt geht. "JA", antwortete der Marinero, "ich müsse halt spätestens um 15 Uhr da sein". War ich auch, sogar vorher, Plätze frei, der selbe Marinero verjagt mich wieder.

    Nun zu meiner Frage: hatte ich einfach nur Pech, teilt dieser Erfahrung jemand mit mir bzw. wie geht ihr damit um? Versucht ihr erst gar nicht Stadthäfen ohne Reservierungsmöglichkeit anzulaufen? Muss ich mich darauf grundsätzlich einstellen? Wenn eine Alternative in der Nähe zur Verfügung steht gehts ja noch, aber wenn keine Liegeplätze (und Ankerplätze...) in erreichbarer Nähe sind wirds halt blöd...

    Bin echt schon gespannt, plane schon meine nächsten Törns 2022... ist noch eine Weile hin aber die Vorfreude ist halt zu groß ;-)

    Danke!!

  2. #2
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    Segle jetzt über 40 Jahre nur Charter in Kroatien.

    Fakt ist derzeit, dass eine Vielzahl von Charterschiffen unterwegs ist und problematisch dabei, dass die Mehrzahl Riesenkats sind.

    Wie soll die enden wollende Anzahl von Liegeplätzen in Stadthäfen das alles bewältigen können?

    So lange die Tatsache besteht, dass 10 Personen auf 45er-Kat billiger fahren als 4 Persohnen auf 35 Fuß wird sich dieser kaum befriedigende Umstand nicht verändern.

    Leider macht es allein aus diesem Grund fast keinen Spaß mehr dort zu segeln, Einzige Möglichkeit ist wirklich durchgehend Reservierungen ( die u.U. schon kostenpflichtig sind!!!!) zu machen. Das bedingt aber wiederum, dass jeder Törn geplant werden muss, egel wie die Bedingungen sind (Wind, Wetter, Laune...)

    Für mich ist damit das Ende wahrscheinlich gekommen.
    Herzliche Grüsse aus Wien
    Peter

  3. #3
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    Ich fahre seit 1980 Charter in Kroatien (auch). Dabei bin ich in den letzten 10 Jahren pro Saison 8–10 Wochen als Skippertrainer unterwegs. Nach meiner Erfahrung bekommt man im August nach 15 Uhr nur sehr schwer einen Platz. In dieser Zeit mache ich Urlaub zu Hause bei Tulln in Österreich. Zu viel Stress auch in den Konobas. Alls voll.
    Die Probleme mit Reservierungen kenn ich nur von Primosten. Juli und September sind schon deutlich entspannt und im Juni und Oktober ist die Situation problemlos.
    @Jugocapitan2: Lieber Peter, ich bin meist mit Kats unterwegs. Deine These halte ich nur zum geringeren Anteil für richtig. Ich beobachte, dass das Problem nicht so sehr an den Kats, sondern an dem riesigen Touristenstrom aus ganz Mitteleuropa stammt. Das Sahnehäubchen bilden die Italiener, die zu "Ferro gosto" mit ihren Yachten von Italien über die Adria in Flottillen nach Kroatien strömen. Das kann man gut am Funk hören.
    Geändert von Rud1 (30.11.2021 um 19:40 Uhr) Grund: Ergänzung
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  4. #4
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    Vielen Dank für Eure Einschätzungen und Erfahrungen. Mir gehts auch gar nicht so sehr um die Reservierungen, die haben ja immer bestens geklappt. Mein Problem war eher in Häfen, in denen man nicht reservieren kann. Auch wenn ich frühzeitig einlief (also bspw um 14 Uhr) waren zwar ausreichend Liegeplätze frei, ich wurde aber trotzdem weggeschickt. Und zwar mit dem Hinweis, dass alles reserviert wäre. Was mich wiederum überrascht, wenn man nicht reservieren kann. Ich hab auch kein Problem, wenn ich 1-2 Tage im Voraus plane/reservieren muss und nicht immer super spontan sein kann. Problematisch ists halt, wenn ich trotz frühen einlaufens und freier Plätze nicht anlegen "darf". Natürlich hab ich immer einen Plan B und evtl auch C. Aber wenn das die Regel ist, brauch ich mit Stadthäfen eigentlich ja gar nicht mehr zu planen. Und das wär halt schon schade. Mir hat ein Trainer einer Segelschule in Kroatien erzählt, dass in diesen Fällen die Marineros oft für kroatische Skipper reservieren und/oder man ab und an mit einem "Aufpreis" (also Schmiergeld) einen Platz bekommt. Nicht schön, aber bevor ich dann keinen Platz bekomme... nur wie das abläuft würd mich interessieren. Fährt man an die Mole und winkt mit einem 50/100 EUR Schein?? Und klar, das sollte man nicht unterstützen, da sich das sonst zum Geschäftsmodell entwickelt. Aber erstens ist es das scheinbar schon und zweitens nochmal, bevor ich keinen Platz bekomme... Was meint ihr? Oder war die Regelmäßigkeit letztes Jahr tatsächlich zufällig? Würde im Umkehrschluss bedeuten: d.h. man sollte in der Regel schon einen Platz auch in einem Stadthafen bekommen (also Anfang/Mitte Juni oder Mitte/Ende September) wenn man rechtzeitig einläuft?

  5. #5
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    Schon mal überlebt dieses Land seglerisch einfach zukünftig zu meiden? In GR ist es auch sehr schön und wenn das mehr machen kommen sie ev. ja auch wieder auf den Boden zurück.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Patrese Beitrag anzeigen
    Schon mal überlebt dieses Land seglerisch einfach zukünftig zu meiden? In GR ist es auch sehr schön und wenn das mehr machen kommen sie ev. ja auch wieder auf den Boden zurück.
    Kleine zusätzliche Verallgemeinerungen gefällig?
    Griechenland ist schön! Aber,
    Griechenland hat keine Infrastrukturen. Kein Wasser, kein Strom, kein Treibstoff.
    Chaotische Zustände mit den Bugankern. Dauernd liegen fremde Ankerketten über der eigenen. Folge: Anker werden losgebrochen und Schäden an den Schiffen sind die Folge.
    Im Hafen Zakynthos hing ein Steinquader mit ca. 2m mal 70cm schräg aus der Kaimauer gerissen halb im Wasser. Das war 2003. 2015 gleicher Stein, unverändert wie die Akropolis. Keinerlei Service-Mentalität. Keinerlei Wartungsmentalität. Griechen können sich nicht einmal mit den Türken messen.
    Nicht zu sprechen von dem Müll der sich in den Straßengräben sammelt in Gegenden wo keine Touristen unterwegs sind. Müllhalden direkt vor der Hafeneinfahrt als Willkommenssymbol. Überall auffällig viel Dreck und Ungepflegtheit.
    Das Land ist aber schön. Nur die Zustände welche die Menschen verursachen sind katastrophal. Diese Unmenge am Dreck muss man mögen...
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  7. #7
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    Ich glaube du solltest mal in der Dodekanes oder den Cycladen segeln gehen, du wärst überrascht.... und die gesparte Kohle für Häfen und Befahrenspermitts oder Bojen kannst du ja dann den örtlichen Tavernen anvertrauen, ist gut angelegt.

    P.S. habe bisher noch nie ohne Strom, Wasser oder Sprit dagestanden, aber oft genug wurden Liegeplätze Wasser oder Strom nicht mal berechnet, soooo böse sind die Griechen. Aber wenn du unter Österreichern bleiben möchtest, fahr ruhig in Kroatien, ist es umso ruhiger in GR

  8. #8
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    Lieber Patrese,
    ich habe meinen Text eingeleitet mit: "Kleine zusätzliche Verallgemeinerungen gefällig?".
    Die Cycladen kenne ich von mehreren Törns recht gut.
    Ich stimme zu, dass Griechenland tendenziell sehr kostengünstig ist, was auch der schwachen bis fehlenden Serviceleistung entspricht.
    Das wird überdies auch durch den Zustand des Staatshaushaltes bewiesen.
    Eindeutig und unwidersprochen ist Kroatien auf höherem Niveau und damit auch teurer. Wenn man sich aber ein wenig dort auskennt, dann findet man genügend Liegeplätze an Kais oder Stegen und auch kostenlose Bojen- und Ankerplätze. Aber Geheimtipps müssen Geheimtipps bleiben.
    Bei deiner Kostenrechnung könnte man noch Flugkosten und Park-, Taxi/Transferkosten berücksichtigen, wenn man es genau und fair berechnen will.
    In Kroatien und bei meinen Kunden überwiegen die Freunde aus Deutschland bei weitem, was mir aber egal ist, weil ich die Menschen so nehme, wie sie sind und nicht nach ihrer Herkunft in Schubladen verstaue. Dazu fehlt mir das ehrliche Talent zur gedankenlosen Verallgemeinerung. Ich beschränke mich daher auf die ironische Variante. Im Übrigen gibt es überall Solche und Solche.

    Einen Religionskrieg sollten wir aber bei diesem Thema nicht vom Zaun brechen.
    Geändert von Rud1 (09.12.2021 um 13:16 Uhr) Grund: Ergänzung
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  9. #9
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    /quote
    Ich stimme zu, dass Griechenland tendenziell sehr kostengünstig ist, was auch der schwachen bis fehlenden Serviceleistung entspricht.
    Das wird überdies auch durch den Zustand des Staatshaushaltes bewiesen.
    /endquote

    Na ja ich weiß echt nicht wo ihr euch so schlecht behandelt fühltet, oder wo dir " die Berge von Müll " den Weg versperrt haben oder auch wo die Infrastruktur soooo schlecht war und du "die schwachen bis fehlenden Serviceleistung" genossen hast, aber das ist schon arg verzerrt zur tatsächlichen Gegebenheit...

    Zugegebenermaßen sind die CRO-Territorien von der KuK Monarchie leichter mit dem Auto zu erreichen, aber andererseits fliege ich nach GR schneller und vermutlich preiswerter vom guten alten D.
    Du hast scheinbar eine feste Meinung von der ich dich auch nicht abbringen möchte, aber seeeehr viele Leute haben von der etwas "gierigen Mentalität" in CRO einfach die Nase voll.
    Damit sage ich nicht, dass ich da nicht hinreisen würde, im Gegenteil, beim Jabuka Race fühlte ich mich dort ausgesprochen wohl, aber den normalen Bootszirkus überlasse ich anderen..

    Und wie sagte doch einmal Henry Ford: Jemand der immer das tut was er schon immer getan hat wird auch immer das bleiben was er immer war.."

    Also viel Spaß in vollen, teueren Marinas, an überteuerten Bojen oder neu ausgepreisten "Befahrensgebieten"... Von den abenteuerlichen "Matura-Party Horden " rede ich jetzt noch gar nicht.

    Aber allen anderen hier sollte doch nicht das Bild vermittelt werden es wäre "Charter Wonder Land" auch wenn du natürlich wirtschaftlich daran partizipierst



  10. #10
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    Reservierungen? Geht das? Am Mittelmeer mittlerweile unvermeidlich? (Habe nur Erfahrungen in der Nebensaison vor längerer Zeit)

    Ungezählte Male haben wir das Reiseziel spontan geändert. Wind eingeschlafen, gedreht, Anruf von Freunden, Starkwind, ... Wir fahren doch nicht mit dem Postschiff und reservieren im Steigenberger, Interconti, Maritim, ... Oder ist der Motoreinsatz obligatorisch, oder gar unvermeidlich?
    Kommt man spät, muss man sich schon mal mit dem Liegeplatz ohne lange, breite Einflugschneise zufrieden geben und sich ggf. in die hintere Ecke des Hafen schrauben, na und? (filigranes Manövrieren zu schwierig?) . Alles besser als einen Sekretär für die Liegeplatzverwaltung anzustellen.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

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