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  1. #1
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    hallo holzbooteigner,
    man hört ja oft die leute jammern, "holzboote seien so arbeitsintensiv und ...". gehen wir mal von einem vollholzboot aus (folkeboot, das soll es nämlich sein :-)),
    angenommen das holz ist gut, der lack ist ab, also gesund aber hässlich. wie gross ist der aufwand ein solches boot wieder zum glänzen zu bringen, und noch wichtiger, was fällt jährlich an arbeiten an um es in schuss zu halten?
    wenn möglich mit ca. zeitangaben.
    als letztes würde mich noch interessieren wie es um die dichtigkeit bei vollholzbooten bestellt ist?

    ich danke euch schon mal
    gruss putti

  2. #2
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    moin,
    es gibt da einen spruch:
    ein holzboot finde ich sehr schön, wenn es jemand anders gehört....
    reicht das
    viel freude beim schleifen
    axel

  3. #3
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    Hallo Putti,
    ich kann nur von einer Renovation eines Vollholzpiraten sprechen.
    2 Studenten über 6 Monate ( also 1/2 Mannjahr ).

    Holzboote sind nach dem Winterlager nicht dicht. Wir hatten einen Drachen, der brauchte in den ersten 2 Tagen eine richtige grosse Pumpe, danach langten Eimer und Handpumpe . Das ganze dauert so eine Woche bis 10 Tage.

    Das ganze gilt allerdings nicht für Epoxy Holzboote, die sind genau wie GFK. Allerdings tut dir jeder Kartzer beim Anlegen 100 x mehr weh

    Ich bestaune und freue mich über schöne Holzboote, haben möchte ich
    keins

    Frank

  4. #4
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    Doppelt schön beim Folke :Die Rumpfbauweise,welche Schleif und Lackierarbeiten zum besonderen Vergnügen macht.Ohne entsprechende Übung(Erfahrung) wird es Dir kaum gelingen ein optisch /technischbefriedigendes Ergebnis zu erzielen.Das dauert.Wenn Du kein Fan bist,laß die Finger davon.Spazier mal durch die Winterlager der Vereine mit großer Folke Population,da kannst Du vor Ort erleben,was Dir blüht.Die eingefleischten Fans dieser Boote beraten Dich gern.Hier die HP der Selbstlenzverweigerer: www.folkeboot.de

  5. #5
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    Hallo Putti,
    ich besitze mit einem Freund zusammen eine bald 40 Jahre O-Jolle. Im Frühling haben wir begonnen sie zu restaurieren (Rumpf abziehen, Schleifen ohne Ende und kleine schadhafte Stellen ausbessern). Mittlerweile ist September, die Saison ist fast vorbei und die Restaurierung dauert nun schon über ein halbes Jahr, obwohl es schien, daß eigentlich gar nicht so viel zu tun wäre. Mittlerweile ist die dritte Schicht Lack drauf und Ende September wird das Boot endlich zu Wasser gehen. Die Moral von der Geschichte: Ein Holzboot ist wunderschön und bewundernde Blicke sind Dir sicher, doch bei Holzbooten wird das Basteln daran schnell zum größeren Hobby als das Segeln selber.

    Zu den Arbeiten:
    Einmalig: Abziehen des Rumpfes, evtl Ausbessern einiger Stellen etwa 6 bis 12 Monate je nach Anzahl der Personen und vorhandener Zeit. (Verrückte schaffen das vielleicht auch in 3 Monaten, wenn man jeden Tag Stunden investiert.)
    Lackieren etwa 3 Wochen
    Jedes Jahr im Winterlager: Anschleifen und eine Schicht Lack erneuern (2 - 3 Wochen) plus ganz normale Instandsetzungsarbeiten.

    Dichtigkeit: Wenn der Lack ganz neu ist, sollte es eigentlich dicht sein. Ansonsten konnte man bei uns durch die Spanten auf den Fussboden schauen und trotzdem wurde der Rumpf nach ein paar Tagen durch Aufquellen dicht.

    Überlege Dir vor dem Kauf eines Holzbootes, ob Du einfach nur unkompliziert Segeln gehen willst. Dann ist ein Holzboot bestimmt die falsche Wahl. Ich liebäugle auch mit einem Folkeboot, aber dann nur Holz für das Deck und die Aufbauten; der Rumpf wird aus GFK sein.

    Maritime Grüße, Mirco

  6. #6
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    Moin, moin,

    als leidenschaftlicher Eigner und Pfleger eines Waarschip 725 nur folgendes:

    Das Waarschip 725 ist ein Sperrholzschiff, 7,25m lang 2,5m breit

    Ich habe das Schiff vor ca. 5/6 Jahren komplett selber renoviert.
    Lediglich die Aussenrumpflackierung habe ich vom Fachmann in 2-K Ausführung machen lassen.
    Ansonsten sieht mein jährlicher Pflegeaufwand wie folgt aus:

    einmal im Winter für 5 tage in eine beheizte Halle zum überarbeiten, danach gets direkt ins Wasser. Ab dann nur noch segeln segeln segeln. Das Schiffken sieht auch heute noch wie neu aus (27 Jahre alt, ich bin leider älter)

    Wie das ganze bei einem Vollholzschiff aussieht ist schwer zu sagen, nur eines: alle Naturlackflächen bedürfen jedes Jahr einer Überarbeitung. Das ist auch die Arbeit die ich an meinem Dampfer jährlich tätige.
    --
    Blake

  7. #7

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    Hallo Putti,

    lass Dich nicht ins Boxhorn jagen. Zwar macht ein Massivholzboot in der Tat mehr Arbeit, als eine GFK-Schüssel, aber es ist immer wieder hinzukriegen, und kann auch nach dreißig, fünfzig oder hundert Jahren noch wunderschön aussehen, wenn die GFK Schüsseln längst Sondermüll sind.
    Wir selbst hatten ein paar Jahre lang ein dänisches Juniorboot, das ist wie ein geschrumpftes Folke, und haben auch am Nordischen Folke unseres Segelvereins schon fleißig gebastelt. Näheres findest Du auf unserer Homepage unter www.zembra.de .
    Jetzt aber zum Aktuellen Zeitaufwand: Wenn außen der Lack komplett runter und wieder drauf soll, musst Du erst den Lack über Wasser mit Fön und Dreikantschaber runterholen, unterhalb Wasserlinie abbeitzen, dann alles schleifen. Das sind etwa 50h.
    Dann Lack und Antifouling neu aufbauen nochmal etwa 50h.
    Die Zeiten sind natürlich von Deiner Arbeitsweise abhängig, auch ein geeigneter Bauplatz ist extrem wichtig.
    In den darauffolgenden Wintern musst Du wahrscheinlich jedes Jahr das Antifouling anschleifen und eine neue Schicht drauf: etwa 10-15 h. Jeden zweiten Winter Lack über Wasser überarbeiten, macht je nach Befund 30-35h.
    Du siehst also, es ist dann schon so etwas wie ein zweites Hobby, aber es macht auf jeden Fall Spass (mir zumindestens). Mit einem Waarship 570 ist das nicht vergleichbar, da das Sperrholz viel weniger arbeitet, und sich je nach Beschichtung fast wie ein GFK-Boot pflegen lässt - dabei aber so schön und so haltbar ist wie eben Holz (...wir haben uns jetzt auch eins gekauft - diesen Winter gehts ans Refit :-)))).
    Zum Thema Dichtigkeit: Dein Folke hat jetzt vermutlich länger auf dem Trockenen gestanden. Dabei schrumpft das Holz um bis zu 1,5%, und deshalb leckt es zwischen den Planken dann wie ein Sieb. Du musst deshalb mindestens zwei Wochen lang wässern, am Besten mit dem Schlauch immer wieder von innen und aussen Abspritzen. Gut ist es alte Handtücher, Teppichreste o.ä. innen rein zu legen, die halten das Wasser auch oben an der Bordwand fest.
    Trotzdem wird Dein Folke anfangs auch im Wasser ziemlich lecken. Deshalb solltest Du am Steg Leinen unter dem Rumpf durchziehen. Aber Vorsicht bei Schwimmstegen, nicht daß Du Deine Nachbarn mit herunterziehst, da können sich die Masten verhaken. Wir haben unser Folke auch schon mal eine Woche lang mit dem Kiel auf Grund gelegt, das war auch prima. Du solltest nämlich das Schiff nach Möglichkeit ein paar Tage in diesem halb abgesoffenen Zustand belassen, da wässert es absolut am effektivsten. Wenn Du danach leerpumpst sollte es dicht sein. Entgegen landläufiger Ansicht ist bei einem Vollholzschiff, das dauerhaft Wasser macht, irgendwas kaputt, eine Planke gesprungen, oder eine Naht auf. Aber auch das kriegt man wieder hin, schreib mich ruhig an, wir erklären Dir ggf. wie.
    Alles Gute, wir stehen Dir gerne mit Tips zur Seite,

    Katharina
    --
    www.zembra.de

    [ Dieser Beitrag wurde von Katharina_Esser am 11.09.2002 editiert. ]

  8. #8
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    Bei der Besichtigung des Bootes wird Dir klar werden, daß man verrückt sein muß´, sich solche Arbeit ans Bein zu binden ... und es dann doch kaufen.

    Bei der Arbeit an Holz und Lack wirst Du Dir wünschen, alles mit GFK zu überziehen und vergessen zu können ... und dann doch stolz sein, wenn es kein "Leichenhemd" trägt.

    Bei jedem Einwassern nach dem Winter legt sich die kalte Angst um Deinen Hals, ob es wirklich dichtquillt ... nach drei Tagen an der Lenzpumpe wirst Du Deinen Stegnachbarn erzählen, daß dies nun mal so sein müsse.

    Bei jeder Renovierung oder Reparatur wirst Du mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein und es bereuen, jemals am Lack gekratzt zu haben ... und dann ein breites Grinsen aufsetzen, wenn mal wieder jemand mit glänzenden Augen wie angewurzelt am Steg stehenbleibt.

    Und Du wirst Dich dabei erwischen, wie Du mit der Hand und den Augen über Deinen Schatz aus Holz streichelst ... bei GFK nimmt man dafür Schrubber und Poliermaschine ;-)

    O.K. ... jetzt bitte wieder den Verstand einschalten ...

  9. #9
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    Hallo Seekreuzer,

    wie recht Du hast !!!

    Frank ( der einen Yoghurtbecher hat )

  10. #10
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    hi putti,

    Als ex-Besitzer und Blauwasserfahrer von vier verschiedenen Holzbooten -
    wuerde ich keines mehr wollen
    (ausser Epoxy formverleimt).

    Das hat sicher mit den Gewaessern zu tun.
    Wo es waermer ist
    als in Norddeutschland
    gibt es potentielle Probleme mit:

    Lecken,
    Faeule,
    Bohrwuermern
    Termiten.

    GFK-Boote muessen nicht als Sondermuell enden.
    Der Rumpf meiner `Tehani` ist 41 Jahre alt.
    Die meisten der Probleme
    mit denen ich immer wieder kaempfe
    haben mit Holzdeck und -Kajuete (meist, aber nicht immer, in den Tropen) zu tun.


    ...peter, www.juprowa.com/kittel



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