Seite 1 von 35 12311 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 349
  1. #1
    Registriert seit
    20.02.2002
    Ort
    Cuxhaven
    Beiträge
    8.748

    Standard

    Ich bin hier bestimmt nicht als Bavaria-Feind bekannt. Im Gegenteil, eigentlich lieb(t)e ich mein Schiff und schätzte die guten Segeleigenschaften, zumindest bis zum Herbst.

    Es geht um die Bavaria 32, Neuschiff, Übernahme März 2002. Bei dem Schiff beulten sich nach dem Aufbocken auf einen stabilen Stahl-Winterbock beim 30 Meter-Transport vom Kran zum Lagerplatz, von lautem Knacken begleitet, die achterlichen Pallstützen in den Rumpf ein. Auf der BB-Seite kam es sogar zum Laminatbruch, obwohl das Schiff fest auf dem Kiel stand. Beim anschließenden nochmaligen Kranen stellte der Hafenmeister fest, daß sich der Kiel um 2-3cm in den Rumpf hereindrückt, wenn das Schiff auf diesen gestellt wird.

    Herr Ralf Weise (Palstek) begutachtete das Schiff und bestätigte dies. Ausserdem sprach er dem Schiff die hochseetauglichkeit nach Entwurfskategorie A: Hochsee ab.

    Der Händler, Eurosailing aus Bonn bzw. Workum/NL lehnt die Fakten des Gutachtens und jede Haftung ab, es handele sich um einen Fehler beim Kranen. Ein zunächst vom Händler vorgeschlagenes Gegengutachten sollte plötzlich von mir bezahlt werden, was ich ablehnte. Auch Bavaria versucht, sich aus der Schlinge zu ziehen und legt ein Dokument vor, das den Bau gemäß Vorgaben der Lloyds Register Quality Assurance GmbH belegen soll, obwohl in dem Dokument deutlich zu lesen ist, daß keine Kontrolle in der laufenden Produktion stattfindet.

    Um Fristen nicht zu versäumen, werde ich nun mit anwaltlicher Hilfe (der Anwalt ist auch ein aktiver Segler) ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren eingeleiten.

    Bisher habe ich den Fall nicht veröffentlicht um die Gesprächsbereitschaft mit Händler und Werft nicht zu gefährden. Genützt hat es leider nichts.

    Schade, ich wollte eigentlich nur segeln und mich nicht auf einen Rechtsstreit einlassen.




    --
    [comic]Dreifingerbreit

    Ralf[/comic]

  2. #2
    Registriert seit
    24.11.2002
    Beiträge
    1.092

    Standard

    Hallo Ralf,
    Da muß man Dir die Daumen drücken, das Du wieder zum segeln kommst. Das sind Probleme die viele Hafenmeister haben, wenn Sie Bav aufbocken wollen.
    Auch wenn es Dich nicht tröstet, auch mit anderen Werften gibt es Rchtsstreite wegen schlechter Arbeit. Wir befinden uns z.B. in einem Rechtsstreit mit Comfortina. Wir können jedoch segeln und haben unser Geld noch. Glück gehabt.

    Immer eine Handbreit
    Bernhard
    junamaus@web.de

  3. #3
    Registriert seit
    08.06.2001
    Beiträge
    870

    Standard

    Nix gegen Bavaria, aber klingt schon komisch....

    Nebenbei:
    Wenn unsere Dehler 34 aufm Bock verfahren wird, dann beults auch ziemlich bei jedem Schlagloch. Deshalb ist unser Hafenmeister immer sehr vorsichtig beim aufbocken. Die keile kommen nur mit grösster Vorsicht drunter.
    Wenn der Hafenmeister nämlich beim kranen die Auflager zu hoch stellt kann das sicher zu Schäden führen, weil dann das Schiff nicht mehr auf dem Kiel sondern auf dem Unterwasserschiff aufliegt. Dafür wäre m.E. dann der Hafenmeister verantwortlich.

    Das der Kiel allerdings beim aufbocken ins Schiff drückt ist wohl eher ein Fehler / Problem von Bavaria.

    Das Problem dürfte bei Dir sein, das möglicherweise ein Fehler auf beiden Seiten (Hafenmeister und Bavaria) zu suchen ist. Und wenn kein eindeutiger Verursacher festgestellt werden kann, dann gute Nacht.

    Viel Glück jedenfalls.
    --
    Blake

  4. #4
    Registriert seit
    08.06.2001
    Beiträge
    870

    Standard

    Dumme Frage: Warum hast Du ein lachendes Smiley für den Titel genommen. Passt nicht so ganz wenns ernst gemeint ist.
    --
    Blake

  5. #5
    Registriert seit
    06.03.2003
    Beiträge
    6

    Standard

    Sehr ärgerlich sowas. Vielleicht haben ja auch andere hier im Board Erfahrungen gesammelt mit der Qualität dieser Yachten und dem anschließenden Service.

    Was hat man davon, wenn man nach dem Kauf im Stich gelassen wird, sobald die "Krötenwanderung" beendet ist? Dass man seine Garantierechte erst vor Gericht erstreiten muss, ist wirklich das allerletzte.

  6. #6
    Registriert seit
    06.03.2003
    Beiträge
    6

    Standard

    P.S. Das, was moonmouse gesagt hat in Bezug auf holländische Häfen ist mir so auch zu Ohren gekommen.

  7. #7
    Registriert seit
    08.03.2002
    Ort
    Schweiz, Juraseen-Region
    Alter
    71
    Beiträge
    145

    Standard

    Original von Ralf-T:

    ...Es geht um die Bavaria 32, Neuschiff, Übernahme März 2002. Bei dem Schiff beulten sich nach dem Aufbocken auf einen stabilen Stahl-Winterbock beim 30 Meter-Transport vom Kran zum Lagerplatz, von lautem Knacken begleitet, die achterlichen Pallstützen in den Rumpf ein. Auf der BB-Seite kam es sogar zum Laminatbruch, obwohl das Schiff fest auf dem Kiel stand. Beim anschließenden nochmaligen Kranen stellte der Hafenmeister fest, daß sich der Kiel um 2-3cm in den Rumpf hereindrückt, wenn das Schiff auf diesen gestellt wird.

    Herr Ralf Weise (Palstek) begutachtete das Schiff und bestätigte dies. Ausserdem sprach er dem Schiff die hochseetauglichkeit nach Entwurfskategorie A: Hochsee ab.

    ...Auch Bavaria versucht, sich aus der Schlinge zu ziehen und legt ein Dokument vor, das den Bau gemäß Vorgaben der Lloyds Register Quality Assurance GmbH belegen soll, obwohl in dem Dokument deutlich zu lesen ist, daß keine Kontrolle in der laufenden Produktion stattfindet.

    Schade, ich wollte eigentlich nur segeln und mich nicht auf einen Rechtsstreit einlassen.
    --
    [comic]Dreifingerbreit
    Ralf[/comic]

    Hallo Ralf

    die Abnahme durch Loyd oder ähnliche Büro`s bedeutet überhaupt nichts. Aus eigener Erfahrung weiss ich inzwischen, dass nicht mal sichergestellt wird, ob eine Werft genau nach den Plänen und Berechnungen des Konstrukteurs arbeitet. Noch weniger abgesichert ist, ob die Bauausführung während einer Serie - über die Jahre - überhaupt gleich bleibt!

    Auch die Yacht-Tester haben kaum je genauer hinter die Einbauten geschaut, um zu prüfen ob da überhaupt die Vorgaben stimmen. Dafür meckern sie, wenn die Pantry ab 15 Grad Krängung angschlägt. Ich habe eine Erfahrung machen müssen, wo weder German Loyd, noch der Yach-Test substantielle Fehler entdeckt haben. Dabei fallen sie sogar einem Laien wir mir sofort auf, aber eben.. "man(n) muss der Frau auch mal unter den Rock schauen". Auch bei mir ist die Kat A absolut undenkbar, kaum Kat C noch gewährleistet.

    Nimm Dir einen guten Anwalt und vor allem einen Sachverständigen der sich mit solchen Themen wirklich auskennt. Kay J. Wrede 20149 Hamburg ist so einer!
    Gruss
    Thomas



    [ Dieser Beitrag wurde von Thomas_DE37cr am 06.03.2003 editiert. ]

  8. #8
    Registriert seit
    03.03.2002
    Beiträge
    9.647

    Standard

    Tut mir echt leid, Ralf. Ab erhatten wir nicht im Herbst schon mal die Diskussion, was gut und sein Geld Wert ist? Man muß eben sehr reich sein, um sich was Billiges leisten zu können, oder lieber was teureres kaufen, hat man meißt mehr Freude dran.

    Ging mir oft so, daß ich sparen wollte, und dann beim zweiten Anlauf erst was gescheites gekauft habe.

    Für das Geld einer Neuen "preiswerten" eine gebrauchte "Teure" und Du hättest auf Jahre Freude. Auch mein Hinweis auf die vielen Wechsler in den Anzeigen der Yacht unter "Verkaufe" sprechen Bände.

    Alte Boote, wie Granada oder Avance, um nur einige zu nennen, gehen unter der Hand weg, wenn sie überhaupt verkauft werden, und stehen fast nie in den Anzeigen.

    Man kann durch 3 Arten klug werden:
    Durch Nachdenken - das ist die Edelste
    Durch Nachahmen - das ist die Leichteste
    Durch Erfahrung - das ist die Bitterste

    Einige Argumentationen zu Deiner Hilfe:

    Der Bootskran kann eigentlich nur langsam absenken (hoffe ich für Dich - Beweissicherung), daß dadurch kein Schlag auf das Boot kommen kann. Dann wäre die Schwäche in der Kielbefestigung alleine durch den Schaden bewiesen.

    Zu hohe Aufpallung kann natürlich vorgelegen haben. Dann stand das Boot erst auf der Pallung, die sackte weg und durch den Schlag wurde der Kielbereich beschädigt - Versicherungsfall.
    Nach Deiner Beschreibung würde ich Letzteres vermuten, denn dann kommen beide Schäden, eingedrückte Bordwand und eingedrückter Kiel zustande. Eigentlich wird die Pallung aber erst untergebaut, wenn der Kiel auf dem Boden steht. Die Stützen verhindern nur das seitliche Wegkippen.

    Meine Diagnose: Totalschaden, leider! Das Rigg und die Segel sowie die Maschine sind noch verwendbar, der Rumpf wird nicht mehr zu retten sein.

    Hoffentlich hast Du eine geeignete Vollkasko-Versicherung. Die reguliert erst mal den Schaden und streitet dann für Dich mit dem Verursacher, Werft oder Kranbediener. So wäre die nächste Saison noch zu retten.
    --
    Und allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel

  9. #9
    Registriert seit
    03.03.2002
    Beiträge
    9.647

    Standard

    Habe gereade unter Hanseboot - Überraschungen Deine Beiträge nachgelesen. Hier ein Zitat:

    ************************************************** ********

    Noch ein kurzes Statement:
    Ich streite hier nicht für Bavaria, Hanse, Jeanneau & Co. sondern für ein Prinzip, das Qualität bezahlbar macht. Da gehen mir die genannten Werften noch nicht weit genug. Ich wünsche mir Bootsbau mit Qualität ähnlich dem Automobilbau. Mehr nicht. Für Einzel oder Kleinserienbau habe ich einfach kein Geld, leider.

    (Bitte jetzt nicht sagen: "Dann sollte man eben nicht segeln.")





    Sorry axel für zerpflücken Deines Postings.
    --
    Dreifingerbreit

    Ralf
    ************************************************** ***

    Es gibt noch mehr zu lesen. Aber Dein neuster Thread relativiert Deine Aussagen gewaltig und gibt vielen anderen, z.B. Axel und mir recht.

    Lieber die Qualität eine Nummer kleiner oder gebraucht. Da gab es kaum Probleme
    --
    Und allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel

    [ Dieser Beitrag wurde von Nelson am 06.03.2003 editiert. ]

  10. #10
    Registriert seit
    20.02.2002
    Ort
    Cuxhaven
    Beiträge
    8.748

    Standard

    Das Aufpallen war (unter Zeugen) in der Reihenfolge, daß zunächst der Kiel auf den Lagerbock gestellt und dann die Pallstützen hochgedreht wurden. Fehlbedienung ist also auszuschließen. Wenn der Kiel aber nachgibt, lastet das Gewicht auf den Pallstützen.


    (Der Smiley sollte eigentlich ein weinender und kein lachender sein. Ich bekomme den jetzt nicht mehr geändert, mir ist die Sache aber ernst und mir ist eher zum Weinen als zum Lachen, versichere ich Euch.)
    --
    [comic]Dreifingerbreit

    Ralf[/comic]

Ähnliche Themen

  1. Kiel drückt 7mm in den Rumpf - noch normal?
    Von TegelerSegler im Forum Fragen, Antworten & Diskussionen
    Antworten: 18
    Letzter Beitrag: 11.03.2009, 22:03
  2. Kiel drückt in den Rumpf
    Von wattn-segel im Forum Fragen, Antworten & Diskussionen
    Antworten: 36
    Letzter Beitrag: 10.11.2007, 22:06
  3. Rumpf-Kiel Verbindung lose?
    Von TimThi im Forum Fragen, Antworten & Diskussionen
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 30.10.2005, 19:48
  4. Kiel-Rumpf-Verbindung
    Von gesche im Forum Technik & Elektronik
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 04.04.2005, 21:42
  5. Wann drückt der Kiel endlich durch den Rumpf der Bavaria
    Von Charly_I im Forum Fragen, Antworten & Diskussionen
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 26.01.2004, 18:29

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •