Ergebnis 1 bis 8 von 8
  1. #1
    Registriert seit
    17.11.2002
    Beiträge
    72

    Standard




    Vorwort:

    hallo Freunde

    Im letzten Sommer ankerte ich häufig in Holland. Immer wieder stellte sich heraus, dass der Anker nicht halten wollte. Einige Male mussten wir Anker aufgehen, um nicht auf Grund zulaufen.
    In diesem Winter fragte ich mich nach den Gründen und begann eine Testreihe auf unterschiedlichen Sand und Grünland Böden.
    Ich benutzte dazu einen Trecker mit Hubgabel um die Wassertiefe zu simulieren.

    Aktion:

    Der Anker ist ein Nachbau dess CQR-Ankers von 20 Kilo Gewicht, mit 8 mm Kette von 30 Metern Länge. Schon beim ausbringen des Ankers stellte ich fest, dass der sich grundsätzlich auf eine Seite legte. Das liegt am hohen Gewicht des Gelenkes und des Ankerschaffttes. Danach zog ich dann die Kette an, er schlitterte dabei über den Boden, ohne richtig zu fassen. Er grub sich nur dann ein, wenn ein Widerstand in Form von Grasbüscheln oder Steinen im Weg war. Bei sehr weichem Grund (loser Sand) ging das noch ganz gut, je härter der Untergrund, desto schlechter das Ergebnis.
    Nach vielen Versuchen hatte ich den Grund dafür die gefunden: die Pflugscharrflunken waren zu flach eingestellt, sie bildeten zusammen mit der Spitze eine leicht gekrümmte gerade. Dadurch konnte sich die Spitze nicht eingraben.

    Optimierung:

    Ich trennte das 240 mm lange Rohrstück zwischen den Scharrflächen heraus und bog sie mit Wärme und gezielten Hammerschlägen nach außen und nach vorn. Dadurch ergab sich für das Rohrstück eine Länge von 360 Millimeternm X 25 mm D. das habe ich dann eingeschweißt.
    Danach habe ich die Anker-Spitze verändert. Aus einem 16 mm starken VA Rundeisen machte ich eine neue Spitze. Sie wurde vorne mit der Flex Bleistift spitz bearbeitet und auf 120 mm abgelängt. Hinten habe ich die Hälfte des Rundeisens auf 25 mm ausgeklinkt und von unten mit einem steileren Winkel von ca. 15 Grad angeschweißt. Der Anker hat nun eine Hakennase und breite Schultern.

    Ergebnis:

    Beim neuerlichen Ausbringen des Ankers ergab sich ein anderes Bild: der Anker lag wieder auf der Seite , aber deutlich hohler und die Spitze steckte einige Zentimeter im Grund. Beim Einholen der Kette bohrte sich die Spitze des Ankers sofort weiter in den Sand. Auch ohne irgendwelchen Widerstand, sowohl auf weichem, als auch hartem Sand. Bei dem Test auf Grass und hartem Lehm wollte er sich anfangs eher auf den Kopf stellen, als eingraben. Nach Zugabe von mehr Kette und mehr Gas pflügte er sich unter die Grassnarbe.

    Fazit:

    Damit war mein Ziel erreicht, der Anker hält jetzt erheblich besser und gräbt sich sofort ein.
    Offensichtlich stimmt bei den billigen Nachbauten desCQR Ankers die Geometrie nicht. Die Flunken zu flach und die Spitze nicht spitz genug, und das Gewicht zwischen Gelenk und Stock einerseits, dem Pflugscharr andererseits, steht im Missverhältnis. Auch könnte der Winkel zwischen Ankerstock und Flugschar einige Grad mehr vertragen. Letzteres lässt sich aber nicht so ohne weiteres ändern.

    Empfehlung:

    Meine schlechten Erfahrungen mit dem oben genannten Anker veranlassen mich zu folgendem Rat: jeder, der einen solchen oder ähnlichen Anker fährt, sollte ihn auf flachem Wasser und möglichst mit Sicht auf den Grund auf seine Haltekraft hin überprüfen.
    Überraschungen sind garantiert.

    Ein Anker, der nicht hält, ist nur Ballast, und davon haben wir ohnehin genug.

    Wie immer, freundliche Grüße von der Weser, skip Schmiechen.


  2. #2
    Registriert seit
    03.03.2002
    Beiträge
    9.647

    Standard

    Ich hatte einen Original CQR, jetzt einen Bruce.

    Der Unterschied ist wie Tag und Nacht!
    --
    Und allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel

  3. #3
    Registriert seit
    18.12.2001
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    1.351

    Standard

    Hi Nelson,

    verstehe ich Dich richtig: Der Bruce isr der Tag und der CQR die Nacht, ja?

    Gruß Pamina

  4. #4
    Registriert seit
    25.11.2002
    Beiträge
    85

    Standard

    Hallo Nelson,
    welcher war der Tag und welcher war die Nacht?? Deine Ausführungen sind etwas rätselhaft!

    ernste Frage mit der Bitte um Info, da wir uns einen neuen Anker zulegen wollen.
    --
    ciao...

    Ralf

    ...der mit dem Wind tanzt (oder tanzt der Wind mit mir??)

  5. #5
    Registriert seit
    10.03.2003
    Beiträge
    75

    Standard

    Original von Nelson:
    Ich hatte einen Original CQR, jetzt einen Bruce.

    Der Unterschied ist wie Tag und Nacht!
    --
    Und allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel
    Stimmt, Bruce ist besser. Und sicherer. Wenn ein Anfänger auf dem Vordeck steht, und die Gefahr besteht, daß er sich aus Unwissenheit oder wegen fehlender Routine/Aufklärung das Fleisch seiner Finger am Gelenk des CQR klemmt. Habe gute Erfahrungen gesammelt mit dem Bruce. Aber der Bügelanker ist genau so gut! War nur so doof, und habe den verkauft.

    Discovery20, der sich immer noch in den A.... beißen möchte.....

  6. #6
    Registriert seit
    04.06.2001
    Beiträge
    163

    Standard

    Hallo,

    fahre 25 Original CQR und kann obige Ausführungen nicht bestätigen. Probleme hatte ich bisher nur bei absolut krautigem Grund in Kroatien. Dort ist ab und zu ein 2.Ankermanöver von Nöten.

    Als Heckanker fahre ich den Bruce (mit 12 Kg für die Shanty unterdimensioniert), dessen Qualität beim "Eingraben" mich nicht immer überzeugt.

    Die Haltekraft beider Anker (sind sie eingegraben) hat mich überzeugt, gerade die des CQR mit dem ich schon sehr schlimme Nächte vor Anker abgeritten habe.

    Anmerkung: Leider sehe ich im Mittelmeer-Raum sehr nachlässige Ankermanöver bei denen der beste Anker nicht halten kann. Für viele ist das rückwärtige Einfahren des Ankers ein Fremdwort. Sie haben Angst, die Haltekraft würde es nicht aushalten.

    Gruß Walter.

  7. #7
    Registriert seit
    04.06.2001
    Beiträge
    163

    Standard

    fehlender Routine/Aufklärung das Fleisch seiner Finger am Gelenk des CQR klemmt

    Stimmmt, ich fahre das Ankermanöver grundsätzlich mit Handschuhen, mein oberstes Gebot : Schuhe & Handschuhe beim Manöver

    Gruß Walter.






  8. #8
    Registriert seit
    17.11.2002
    Beiträge
    72

    Standard

    hallo freunde,

    ich hatte das thema auch im boote-forum eingestellt.schaut doch mal nach!mein letztes posting möchte ich euch nicht vorenhalten.
    es folgt jetzt, eine kopie !
    Hallo Freunde,

    ich möchte nochmals auf die Anker-Problematik eingehen. Das von Reinhard eingestellte Video zum Jambo - Anker habe ich mit viel Vergnügen angesehen. Cyrus hat natürlich recht: ebenerdig mit Kette oder Tau kraft auf den Anker auszuüben ist wirklichkeitsfremd.
    Deshalb habe ich bei meinem Tests den Traktor mit Frontlader benutzt. Die Querstrebe am Ende der Hubgabel reicht vier Meter hoch.
    Das ist weniger, als die Kettelänge von der Bugrolle senkrecht zum Grund. Rechnung: Freibord 1,2 m, Tiefgang 1,5 m und Wassertiefe unter dem Kiel 2 m. Damit ist klar, sie wird auf mindestens zehn m. durchhängen. So war es auch. Ich brauchte 20 Meter Kette, um waagerechten Zug auf den Anker auszuüben. Dabei wurde der Anker-Stock noch leicht angehoben, der Pflugscharr blieb allerdings durch das Gelenk waagerecht liegen und grub sich langsam ein. Auf den Kopf stellen, wie Helmut meint, kann er sich
    nicht, der Pflugscharr liegt auf jeden Fall immer waagerecht am Grund.
    Auch bei simulierten Winddrehern drehte das Gelenk mit, der Anker brach nicht aus. (Nach der Optimierung)

    Jan hat auch recht: ein flacher Zugwinkel lässt sich bei jedem Anker nur mit Gewicht erzielen. Faustformel: Anker-Gewicht mal zwei =
    Kettengewicht, oder mehr. Deshalb sind Ankerleinen mit Blei Einlage aus meiner Sicht ziemlich ungeeignet.

    Bei Gerhardts Anker fällt mir beim betrachten auf, dass der Schaft in 45 Grad steht, ohne festgehaltenen zu werden. Frage: kein Gelenk und verschweißt? Dann schauen die Flunken in Rückenlage in den Himmel, sonst aber Klasse.

    Meine erste Aktion im April, wenn das Schiff wieder schwimmt wird sein, meinen modifizierten Pflugscharanker im Wasser zu testen.
    Hält er nicht, was er verspricht, wird er ausgemustert.(das hat er dann davon)

    Die Alternative wäre dann: Bruce - Delta oder M-Anker. Der von Achim vorgestellte Bügel Anker passt leider nicht, die Bugrolle ist im
    Bugspriet integriert (mit Plattform und Teleskopleiter) der Bügel wäre im Weg.
    Oder stärkere Kette - mehr Gewicht - aber auch neues Kettenrad.Meine Caymann-Winsch würde zehn mm Kettenstärke zulassen.

    Wie auch immer: ich werde darüber berichten.

    Und wie immer, liebe Grüße von der Weser, skip Schmiechen

Ähnliche Themen

  1. ruder/kiel optimierung
    Von c-crew im Forum Fragen, Antworten & Diskussionen
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 31.01.2009, 13:26
  2. cqr pflugscharanker
    Von jus im Forum Privater Verkauf
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 18.12.2007, 21:05
  3. Dehler34 - Backskiste Optimierung
    Von Paul1308 im Forum Technik & Elektronik
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 21.08.2007, 17:19

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •