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  1. #1
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    hallo liebe seglergemeinde,

    in knapp einem monat geht es zum ersten mal raus aus dem geschuetzten ijsselmeer --> die waddenzee ruft. und mit unserem plattbodenschiff (eine bol von 8,5m laenge) koennen wir problemlos trockenfallen. meine fragen an alle waddenzee-erfahrenen:

    was sollte man bei der auswahl eines geeigneten plaetzchens beachten?
    wo sind interessante/tolle plaetze zum trockenfallen?
    und: gibt es besondere hinweise/techniken, die man beim trockenfallen beachten sollte?

    danke schon einmal fuer eure tipps!


    snowcrash


  2. #2
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    hi snowcrash

    speziell zum revier der niederl. waddenzee und zum thema trockenfallen findest du in der letzten ausgabe der "yacht" vom 21.5. im "holland special" einen interessanten artikel ("törn mit bodenhaftung"). die darin empfohlenen plätze zum trockenfallen sind gerade für die kleine bol zu empfehlen.

    mein pers. favorit war früher die robbeninsel richel. bevor man sie ganz zum naturschutzgebiet machte, haben wir dort öfters mal ein kleines fussballmatch aufgezogen mit anschliessender grillfete. heute kommt man nur noch randlich (nördl. oder südl) an die richel, ist aber auch noch nett.

    die in der yacht empfohlene koffieboonenplaat und vor allem engelmansplaat sind für flachgehende boote ideal.

    über techniken beim trockenfallen solltest du dich in der literatur eingehend informieren (würd hier wohl den rahmen sprengen) ... sich mit gezeitenkalendern auskennen, wäre wohl eine der wichtigsten voraussetzungen ... nen guten gps an bord kann auch nich schaden :-)

    über die aktuelle situation im watt informiert recht gut diese seite: http://www.wadvaarders.nl/, denn zu den schönsten stellen zum trockenfallen (und wieder heraus:-) führen oft nur rinnen mit pricken und deren zustand scheint zur zeit nicht der beste zu sein

    ideal wäre es, einen revierkenner an bord zu haben, gerade beim ersten mal

    gruss bernd




  3. #3
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    nachtrag: ich hab grad nochmal auf der von mir oben genannten seite http://www.wadvaarders.nl/ nachgeschaut. dort findest du unter dem link: "Voor het eerst het Wad op" auch viele nützliche tips zum thema trockenfallen für "beginner"

    iss allerdings auf niederländisch

    gruss bernd

  4. #4
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    hallo bernd,

    vielen dank fuer deine tipps. die neueste yacht habe ich natuerlich verschlungen, die seemannschaft fuer gezeitengewaesser habe ich natuerlich auch intus, da fehlt jetzt nur noch etwas praktische erfahrung :-). aber bei gutem wetter kann man das sicherlich wagen.
    und das mysterium der NAP wasserstandsangaben wird sich bestimmt auch bald aufloesen...

    danke auch fuer den link-tipp, niederlaendisch ist fuer mich als niederrheiner durchaus verstaendlich ;-)


    viele gruesse,

    snowcrash


  5. #5
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    hi snowcrash

    hier auch niederrhein, weitläufig ... (aachen) ... und ... ab morgen wieder auf kurztrip im ysselmeer und watt (diesmal texel, denk ich mal :-), wenn auch nur auf nem modernen yoghurtbecher. gebs aber gerne zu: im watt kommt neid auf, wenn man die plattboden routen fahren sieht, die für ne kielyacht unmöglich sind. ausserdem passen diese schiffe einfach besser in dieses gebiet.

    vor 2 wochen segelten wir auf ner dicken bav 47 von vlieland kommend leicht neben dem vorderen feld der plattboden-gruppe der harlingen terschelling regatta (die IMS boote hatten uns ne stunde vorher überrollt), die sich bei 5-6 windstärken tolle duelle lieferten und bei raumem wind auch noch das letzte leichtwindsegel gesetzt hatten. als der wind dann noch etwas zunahm kurz vor dem ziel in harlingen, segelten die crews dermassen am limit, das war schon nicht mehr feierlich. direkt neben uns ging ein mann über bord, den wir schon auffischen wollten (ein begleit-motorboot kam uns zuvor) ...

    was mir immer wieder imponiert, ist das ungeheure können dieser einheimischen crews und ihre erfahrung (sowie ihr mut), mit denen sie diese nicht einfach zu handelnden schiffe am limit bewegen. hatte mehrfach schon gelegenheit mit sehr guten plattbodenskippern zu segeln, auch auf sehr grossen schiffen. es war jedesmal ein genuss, sehr spektakulär aber beherrscht, wenn auch nicht ohne zwischenfälle oder bruch (bei je zwei verschiedenen törns mit zweimast-schonern bei extremen wind- und strömungsverhältnissen jeweils die hafeneinfahrt von vlieland "geküsst" (billardkugelmässig:-), riss eines grosssegels bei windstärke 7 (mit anschliessender bergeaktion in einem engen priel), beinahe hoffnungslos festgelaufen zw. terschelling und ameland usw. usw.

    ich denke, gerade in diesem gebiet ist erfahrung das a und o. und grad das watt stellt selbst den erfahrensten immer wieder vor schwierigste situationen

    sei also vorsichtig und gehe die sache mit noch mehr respekt als üblich an

    als lohn winken dann momente, wie dieses plankton-oder algenleuchten, das wir - trockengefallen bei nacht bei der richel - erlebten, als der skipper begann, ein seil in einem bestimmten rhythmus kreisförmig durch die dunklen fluten zu ziehen :-)

    good luck bernd

    [ Dieser Beitrag wurde von bernd_h am 28.05.2003 editiert. ]

  6. #6
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    hallo bernd,

    nochmals vielen dank fuer deine antwort, du scheinst ja bereits von der faszination waddenzee gepackt zu sein...

    uns ist sehr klar, dass wir unseren ersten waddenzee-toern sehr gut vorbereitet und konzentriert angehen muessen. deswegen sind unsere planungen dazu relativ vorsichtig:

    wir haben das plattbodenschiff fuer 14 tage. die ersten tage werden wir intensiv das schiff kennenlernen und brav auf fluessen und dem ijsselmeer bleiben. sollte dann die wettersituation stabil und gut sein, so werden wir uns erstmal nur von kornwederzand nach harlingen wagen, uns dort bei anderen plattbodenseglern und dem hafenmeister die neuesten infos und tipps fuer den trip nach terschelling abholen, evtl. ergibt sich ja sogar die gelegenheit zu einer kleinen flotille. am naechten tag dann rueber zur insel. vom terschellinger hafen aus werden wir uns dann einmal das watt bei niedrigwasser ansehen und dann entscheiden, ob wir am naechten tag entweder vor richel trockenfallen und danach vlieland anlaufen oder direkt zurueck nach harlingen segeln.

    irgendwie koennen wirs kaum noch erwarten, aber bis zum 20. juni ists ja auch nicht mehr so lang.

    viele gruesse,

    snowcrash




  7. #7
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    Hi, Snowcrash,

    na wie war der Toern? Hat`s mit der Waddenzee wie gewuenscht geklappt?

    Meine eigene Erfahrung diesbezueglich ist, dass die Waddenzee (so man die Gezeitennavigation halbwegs beherrscht) bei schoenem Wetter eher unproblematisch ist. Gerade von Kornwerderzand nach Terschelling bzw. Vlieland segelt man dann de fakto immer in Flotille... ;-) - jedenfalls, wenn man zu den ueblichen Zeiten (ablaufende Tide hin, auflaufende Tide zurueck) unterwegs ist (und alles andere macht keinen rechten Sinn).

    Allerdings kann es, so das Wetter umschlaegt, auch sehr, sehr ungemuetlich sein. Es langt z.B., wenn es an einem an sich sonnigen Tag spaeter sehr diesig wird. So man nicht immer nur den Hauptfahrwaessern mit den grossen und farbigen Tonnen folgt, sondern vielleicht auch mal den einen oder anderen (mehr oder weniger gut gekennzeichneten) Prickenweg ausprobiert, kann man sehr schnell die Orientierung verlieren. Gut, ein GPS hilft im Prinzip, aber meist nicht schnell genug, um ein Festfahren zu vermeiden (Karte und Realitaet stimmen auch bei den aktuellsten Karten nicht immer gut genug ueberein). Wer ein Plattbodenschiff faehrt, ist auch hier klar im Vorteil... :-)

    Vor einem Effekt kann man in der Waddenzee eigentlich nicht genug warnen: Wind gegen Strom ab 5-6Bft. Wenn man aussen um Richel rum nach Vlieland will, kann man schnell mal einen Vorgeschmack bekommen. Nach Vlieland geht das noch, denn da ist im Fahrwasser das Wasser tief und man hat nur die abartigen Wellen auszureiten. Auf der Barre vor den Inseln, also z.B. wenn man raus auf die Nordsee wollte bzw. wenn man sich von draussen kommend Richtung Terschelling "verfaehrt", kann das ganze aber wegen Grundseen sehr schnell in`s Auge gehen.

    Fazit: Waddenzee macht Spass, und wer sein Boot und die Navigation im Griff hat, braucht davor wirklich keine Angst zu haben. Respekt und Wachsamkeit sind aber immer angeraten - und bei schlechtem Wetter segelt man halt binnen oder macht friesisch-herbe Strandspaziergaenge...

    Beste Gruesse,
    HoPri.


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