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  1. #1
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    Hallo Boddengewässer- Ost- Insider

    wie verhält man sich gegenüber Heringsnetzen, wie erkennt man Ihre Länge? Bei 3 Meter Wassertiefe ist man ja schnell drin und mitunter sind die so nah gesteckt, daß man nicht weiss wo ist Anfang und Ende. Dann sind die Kugeln zum Teil unter Wasser, daß man kaum erkennt daß da überhaupt ein Netz ist.

    Und wie verhält man sich am besten, wenn man festhängt?

    Hering ist ja lecker, Dank an die Fischer, leider war die Info in Yacht letztes Jahr zu wenig Praxisorientiert.

    Gruß
    HEINO

  2. #2
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    Hallo Heino,

    in meinen Seekarten steht eigentlich geschrieben,
    dass man die Schifffahrtsrouten und Fahrrinnen in der
    Heringssaisson nicht verlassen darf/ benutzen muss.
    Aber gerade der Greifswalder Bodden verleitet zu grossen
    Segelschlägen.
    Wenn Du es also versuchen willst:
    Immer zwischen den dicht zusammenstehenden roten Störern durch.
    Die Netzlänge beträgt 300-500m.
    Die Störer zeigen immer das Netzende und Anfang an und damit
    kein Hering entwischt sind die Netze immer eins ans andere gestellt.
    Wenn es dann doch nicht geklappt hat und man feshängt:
    Segel fieren/ Motor auskuppeln/Ausschalten und in Wind Drehen.
    Mit Enterhaken das Netz nach unten drücken und sich freitreiben
    lassen. Mit Motor ist nicht so gut, da das Netz die Schraube blockieren kann und man richtig festhängt.

    Gruss Nordfranz

  3. #3
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    Danke Nordfranz

    das war kurz und klar.

    Bei 1,70 Tiefgang und 2,10 Wassertiefe muß ich die Heringe dann aber ganz schön stauchen und einen langen Bootshaken haben.

    Ich hoffe daß es wirklich reicht, wenn man im Fahrwasser bleibt und die Netze nicht noch darein vertrieben sind.

    Somit war das auch ein Tip an Ralf-T. Sonst ist seine neue 341 schneller wieder am Kran als uns lieb ist.

    Gruß
    HEINO

  4. #4
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    Die Fischer, die die Netze auslegen, wollen Fische fangen und keine kaputten Netze. Ergo: Die Netze werden, auch im Tiefgang so gelegt, daß sie von Sportbooten nicht erreicht werden können. Was ist bei Nacht, wenn die Fischerfähnchen nicht ausgemacht werden können? Nach 25 Jahren Segeln, auch im Küstenbereich bisher kein Netz erwischt, toi toi, nach der Statistik gewinnen mehr Leute im Lotto 6 Richtige.
    --
    Gruß Rainer und sonst keiner

  5. #5
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    Hallo Heino, an der Ostsee sind die Netze doch hervorragend gekennzeichnet. In Portugal, speziell Algarve, nehmen die Fischer Styroporklötze oder leere Flaschen, was der Dorfmüllplatz grad so hergibt. Die siehst du selbst bei glattem Wasser nicht.

  6. #6
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    Original von HEINO:
    Danke Nordfranz

    das war kurz und klar.

    Bei 1,70 Tiefgang und 2,10 Wassertiefe muß ich die Heringe dann aber ganz schön stauchen und einen langen Bootshaken haben.

    Ich hoffe daß es wirklich reicht, wenn man im Fahrwasser bleibt und die Netze nicht noch darein vertrieben sind.

    Somit war das auch ein Tip an Ralf-T. Sonst ist seine neue 341 schneller wieder am Kran als uns lieb ist.

    Gruß
    HEINO


    Hallo

    Es ist ja nicht so, daß nun überall Netze stehen.
    Da die Rügenschen Gewässer und vor allem der Bodeden mein Heimatrevier ist, kann ich dir sagen, keine Angst vor den Netzen.
    Wir haben noch nie ein Heringsnetz mitgenommen.
    Im Flachen Wasser haben wir mal ne Aalreuse erwischt. Diese Netze sind am Anfang und am Ende mit schwarzen Fähnchen markiert und sind etwa 30 cm bis 30 cm über Grund hoch. Das war aber ne ausnahme.
    Heringsnetze sind oder besser sollten (wenn sich die Fischer dran halten) mit roten Fähnchen markiert. Wir fahren auch einfach drüber. Es ist tief genug. Wenn das Netz eine Sperre bildet und bis an die Oberfläche geht, ist es immer mit Bällen oder ähnlichen Schwimmkörpern an der Oberfläche markiert. Das sieht man aber rechtzeitig. Ist zum Beispiel bei Kammerreusen, mit Leitnetz bis zum Ufer so. Da auch mehrere Kammern hintereinander stehen können sind diese System dann schon mal einige hundert Meter lang. Diese stehen dann aber vom Ufer weg. und zwingen einen oft nen Umweg und nochmal nen Schlag zu machen, außer wenn man mit der Jolle unterwegs is. Schwert hoch und drüberweg.
    Heringsnetze sind im Normalfall nicht unter Land. Dazu gibt es die Kammerreusen. Die Netze mit den Fähnchen, stehen meist nicht in Landnähe. Das heißt mitten im Bodden und dann aber gut markiert. Oft haben die Fähnchen auch Radarreflektoren. Die Fischer wollen ihre Netze ja auch finden.
    Wenn du wirklich Bedenken hast und nicht weißt wie das Netz steht, an die Fahne fahren, schauen wie das Netz läuft und zwischen den am dichtesten beieinanderstehenden Fähnchen durchfahren. Die Richtung der Netze ist mit einem! Ball markiert, der die Richtung anzeigt und dicht bei der Fahne schwimmt.
    Bei einer Wassertiefe wie du schreibst(2,1), brauchst du dir keine Gedanken um Netze zu machen. So dicht stehen keine Heringsnetze. Im Bodden solltest du mit 1,7 meter Tiefgang dir lieber Gedanken um Steine machen, wenn du dicht ans Ufer willst. Immer gut die Karte und das Wasser beobachten.

    Ansonsten sind die Fahrwasser besonders in der Zufahrt zum Selliner See und nach Seedorf nicht immer frei von Netzen. Da liegen des öfteren Aalreusen. Wie beschrieben tief, aber es schreckt schon, wenn ein Fähnchen im dunkeln plötzlich dicht am Schiff vorbei zieht.
    Sonst sind die Fahrwasser frei.

    Wir fahren auch in der Heringssaison "querfeldein", und das ohne Probleme. Wenn ich mich recht erinner ist das in der Karte nur eine Empfehlung.
    Und stell dir das bitte nicht so vor, als wenn nun alles mit Netzen voll steht. So is das nun auch nicht. Es gibt genug "freies" Wasser.

    Wenn du zur Heringssaison da segelst, halt mal die ANgel ins Wasser. Frischer Hering is schließlich lecker. Falls du auf dem Echolot in tiefem Wasser plötzlich und kurz eine viel niedrige Wassertiefe angezeigt bekommst, sofort stopp und ANgel ins Wasser. Das ist ein Heringsschwarm (meist). Da brauch man keinen Fischfinder, das geht mit einem Normalen Echolot.

    Ansonsten bitte nicht auf dem Stubber oder an den Höften auf Grund laufen. Da diese Untiefen mit sehr vielen Steinen z.T. dicht unter der Wasseroberfläche, schlecht betonnt sind. Eine Westtonne am Großen Stubber und das wars. Auch der Gobbiner Harken in der HAving ist bei Fremden sehr beliebt um ein Grundstück zu kaufen.

    Ansonsten ein super Revier.
    Wünsch dir viel Spaß dort zu segeln.

    PS: Wenn du frischen Hering vom Fischer willst, früh aufstehen, da spätestens um 10 die Kutter die Fische anlanden. In Thießow wird der meiste Fisch angelandet und dort steht eine Filetiermaschine. Da kommt der Fisch vom Kutter direkt in die Maschine und wenn du willst aus der Maschine direkt in deine Tüte oder Eimer. Sehr preiswert und gut. Kilo Filet 3 € glaub ich, oder war das noch billiger? Weiß ich nicht mehr genau.
    Kannst aber auch grünen Hering, also ganz und unausgenommen, bekommen. Das auch bei fast jedem Fischer. Falls der Hering nicht mehr da sein sollte oder du die Chance bekommst schon Hornfisch/Hornhecht zu kriegen nimm den auch. LEcker und grüne Gräten. Findet man die Gräten leicht. Schmeckt gebraten am besten. Sobald der Hering weg ist oder dem Ende entgegen geht ist der für ein paar Wochen da.
    Das is der Fisch den ich am liebsten angel. Beist schnell und viel, und kämpft wie Sau, obwohl nicht schwer. Fängt man am besten im flachen, ins flache übergehende (2-3 meter Wasser) mit einem Blinker. Schleppangeln ist verboten. Aber schnell in ein sicheres GEfäß tun, da die Schuppen kleben wie sau und auch mächtig rumsauen.

    Wenn du noch fragen haben solltest, mail einfach oder frag im Forum, bin fast täglich online im Moment.

    PPS: am Samstag gehts wieder auf Heringsfang, freu :-)
    Mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen....




    [ Dieser Beitrag wurde von Selliner am 08.04.2004 editiert. ]

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