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  1. #1
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    Hallo zusammen,

    in dem Handbuch des bei uns installierten Saildrives SD20 von Yanmar ist nachzulesen, dass man für einen Ölwechsel desselben das Schiff aus dem Wasser holen muss. Ich konnte es nicht glauben und habe auf der Boot die Leute von Yanmar befragt. Auch hier die lapidare Anwort, ja, ja, dazu muss dass Schiff raus, eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

    Frage an die anderen SD20-Besitzer: Wie handhabt ihr das? Gibt es tatsächlich keine andere Möglichkeit?

    Seebaer2

  2. #2
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    Hallo Seebaer2,

    ich habe den gleichen Motor und das gleiche Getriebe. Auch ich habe nach dem Auswassern das Getriebeöl an Land getauscht und das Öl am Auslaufstopfen des Saildrives herauslaufen lassen. Sicher kannst Du das Öl auch mit einer Vakuumpunpe und einem Schlauch von oben her absaugen. Du wirst jedoch nicht das ganze Öl und den eventuell vorhandenen Schlamm heraussaugen können.

    Gruß Ansgar

    PS: Die im Manual angegebenen Füllmengen sind korrekt.

  3. #3
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    zitat direkt von der seite des b.schenk:

    DIE HOMEPAGE VON
    BOBBY SCHENK

    exclusiv bei

    Trick-Siebzehn an Bord (25)
    Ölwechsel beim Saildrive unter Wasser
    Idee von HARLEKIN und LAROSSA, erprobt auf der THALASSA

    Das Schiff aus dem Wasser zu nehmen ist ein teurer Spaß - meistens.

    Erst recht geht die Sache ins Geld, wenn man die Yacht mit dem Traveller-Lift an Land setzt, nur um den jährlich vorgeschriebenen Ölwechsel am Saildrive zu machen. Aber all das ist noch kein echtes Problem - abgesehen vom Aderlass der Bordkasse. Dramatisch wird es erst dann, wenn kein Slip oder Travellift erreichbar ist und die Yacht wegen dem Saildrive rausmuss. Und zwar in kürzester Zeit.

    So erging es der THALASSA, als sie in Malaysia ankam und dort feststellen musste, dass Seewasser in den Saildrive gelangt war, aus welchen Gründen auch immer. Zunächst konnte ich das Unglück gar nicht glauben. Was nicht sein soll... Aber der Zustand des "Öls" ließ keinen Zweifel. "Mayonnaisse", grau gefärbt war die treffende Beschreibung. Also den Katamaran an Land setzen! Aber gerade das war das Problem, denn im Umkreis von 300 Meilen gab es schlicht und einfach keinen Travellift, der mit der Breite der THALASSA, 7 Meter 30, fertig geworden wäre. Einer hatte ein Bassin mit immerhin 7 Meter 25, doch 5 Zentimeter zu wenig ist auch zu schmal. Und Trockenfallen? Das traute ich mir einfach wegen des kurzen "modernen" Kiels nicht - siehe hier.

    Eine verzweifelte Situation, denn mit Salzwasser im Getriebe bemisst sich die Überlebensdauer der Kugellager, um nur einen Schwachpunkt zu erwähnen, nach Stunden. Also, das Öl/Wasser-Gemisch musste aus dem Saildrive raus! Nur wie? Grübel, grübel und studier! Öl ist leichter als Wasser? Schwimmt also immer oben. Ein einfacher Versuch bewies es. Also würde sich nach Trennung der Mayonnaise das Wasser nach unten absetzen. Aber diese Erkenntnis half nur insofern, als es klar wurde, dass schnellstens eine Lösung hermusste.





    Sicher hat auch der Zufall zur Lösung des Problems geholfen: Als wir vor einem Jahr mit der HARLEKIN (Ingrid und Norbert) auf einem Südsse-Ankerplatz lagen, da gab mir Norbert das Handbuch zu seinem Motor, der identisch mit meinen Maschinen ist. Da weit und breit keine Möglichkeit bestand, das Handbuch zu kopieren, nahm ich mir 10 Minuten Zeit und fotografierte mit meiner Digitalkamera Seite um Seite ab. Man kann ja nie wissen...

    Und diese Fotos halfen mir jetzt insofern weiter, als sich aus den Zeichnungen ergab, dass ein Absaugen des Ölgemisches über den Peilstabeinlass nicht möglich war. Ein vergeblicher Versuch ergab gerade mal 0,8 Liter Dreckszeug, also blieben zwei Liter im Getriebe. Zum Verrücktwerden, ich war im Maschinenraum keine 50 Zentimeter vom Problem entfernt, und konnte es nicht erreichen, weil die Ölablassschraube (Pfeil) unter Wasser war. Ein Öffnen dieser Schraube tauchenderweise hätte nur dazu geführt, dass noch mehr Wasser ins Saildrive-Gehäuse eindringen würde, siehe obiges Versuchsfoto.

    Die geniale Lösung kam per Email von den Yachten LAROSSA und HARLEKIN, noch in Bali, und von mir beim täglichen Funktreffen informiert. Und das Eindrucksvolle an diesem Vorschlag war, dass es sofort einleuchtete: "Ja, so muß es gehen!"

    Mit der Fähre fuhren wir von unserer Marina in Sebana Cove (Malaysien) nach Singapur - ein hübscher 50-Minuten-Ausflug durch den Urwald. Bei einer Volvo-Werkstätte erkundigten wir uns nach der Größe der Ablassschraube, die im Handbuch nicht angegeben war. Der Indische Mechaniker schüttelte den Kopf: "Das kann ich Ihnen nicht sagen und ich hab so ein Ding auch nicht da!"

    Mit diesen Worten schüttete er den Inhalt eines Schuhkartons auf den Tisch. Und scheppernd fiel mir eine Schraube vor die Füße. Der Gott des Zufalls mochte mich an diesem Tag. Die Schraube sah der Ölablassschraube auf der Zeichnung sehr ähnlich, wahrscheinlich war sie es sogar.

    "Und jetzt brauchen wir noch einen Kunststoffnippel mit einem Gewinde dran wie die Schraube!" Wieder schüttelte der Mechaniker den Kopf und nahm die Schublehre zur Hand: "Etwas unter 10 Millimeter!" In der Ecke fand er ein öltriefendes Gebilde, wie es bei Aussenbordern verwendet wird, um umweltschonend Altöl in einen Kanister abzusaugen. Der daran hängende Kunststoffhahn hatte das gleiche Gewinde wie die Schraube. Das wars.

    Nun zur eigentlichen Operation, die letztlich derart einfach verlief, dass ich sie in Zukunft auch anwenden werde, um nur den Ölwechsel im Saildrive vorzunehmen.

    Schritt 1: Der Saildrive wird randvoll über den Getriebedeckel (nicht über den tiefer gelegenen Peilstabeinlass) mit Öl gefüllt und mit dem Öleinlassdeckel geschlossen.

    Schritt 2: Die Ölablassschraube wird unter Wasser geöffnet und (mit O-Ring!) entfernt. Weiteres Wasser kann nicht eindringen, weil Öl leichter als Wasser ist und im randvoll ölgefülltem Getriebe kein Platz für zusätzliches Wasser ist.

    Schritt 3: Der Kunststoffnippel, an dem nunmehr ein circa 2 Meter langer Schlauch angebracht ist, wird vorsichtig (damit das Gewinde nicht beschädigt wird) statt der Ölablassschraube eingedreht. Der Schlauch befindet sich dabei neben dem Schiff über der Wasseroberfläche.

    Schritt 4: Der Öleinfülldeckel am Getriebe wird geöffnet und die Mayonnaise über den Schlauch neben dem Schiff abgesaugt. In das Getriebe wird solange Öl nachgefüllt, bis nur noch sauberes Öl abgesaugt werden kann.

    Schritt 5: Das Getriebe wird wieder randvoll - wie oben - mit Öl gefüllt, wobei zusätzlich ein Schlauch am Gewinde für den Ölmessstab angebracht wird und dieser ebenfalls bis über die Wasseroberfläche hoch mit Öl gefüllt.

    Schritt 6: Der Kunststoffnippel wird gegen die Ölablassschraube nebst O-Ring ausgetauscht.

    Hat tadellos funktioniert und keine Stunde gedauert. Was aber den Erfolg erst möglich gemacht hat, war der Freediver , ein elektrischer Tauchkompressor (Kreis), der es ermöglichte, ohne Zeitbegrenzung unter Wasser zu bleiben und in aller Ruhe und sorgfältig den Kunststoffnippel sauber senkrecht statt der Ölablassschraube einzudrehen. Wobei die Arbeit dadurch erschwert wurde, weil der fettige Nippel mit dem daran hängenden Schlauch ja ebenfalls genau senkrecht gedreht werden musste. Unmöglich wäre es gewesen, "zwischendurch" mal Luft zu holen.

    Beim Absaugen konnte man an den verschiedenen Ölproben gut erkennen, wie aus der Mayonnaise sauberes Öl wurde (Bild oben).



    Beim Austausch des Nippels gegen die Ölablassschraube war unter Wasser bestens zu beobachten, dass auch nicht ein Gramm Wasser ins Getriebe eindringen konnte. Durch den mit Öl gefüllten Schlauch oben am Getriebe wurde ein Überdruck im Saildrive erzeugt, der dazu führte, dass vor dem endgültigen Einsetzen der Ölablassschraube kleine Fetttropfen aus dem Saildrive-Boden ins umgebende Wasser austraten.

    Einen Tag nach der "Operation" wurde des Saildrive ein paar Minuten betrieben, worauf das Öl sich absolut wasserfrei zeigte (Bild unten - links). Freilich - das eigentliche Problem, nämlich die wahrscheinlich schadhaften Dichtungen an der Propellerwelle, ist damit noch nicht gelöst. Aber vielleicht gibts dazu auch eine Patentlösung. Zeit genug zum Nachdenken haben wir ja jetzt gewonnen.





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    Page by Bobby Schenk,
    E-Mail: bobbyschenk@yahoo.com
    URL of this Page is: http://www.yacht.de/schenk/trick/trick25.html


    ende des zitat

  4. #4
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    Ja Ja, der gute Bobby Schenk...

    Ich würde mir an seiner Stelle die Frage stellen, warum und wo Wasser in den Saildrive eingedrungen sein könnte. Durch wechseln des Öls unter Wasser wird die Ursache bestimmt nicht behoben und in Kürze dringt neues Wasser ein. Aber so einen Freediver MUSS man schon an Bord haben um in jeder Situation gewappnet zu sein. Also sorry, das klingt duch wohl mehr als hanebüchen.

    Ich würde es wie in www.myhanse.com empfohlen einmal jährlich wechseln und das an Land. Mann sollte m.E. die Intervalle nicht allzu eng sehen, aber an die Adresse der Saildrive-Hersteller die Bitte, doch mal etwas Vernünftiges zu konstruieren.
    --
    Es grüßt der Ralf

  5. #5
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    Bei älteren Saildrives reichen m.E. auch längere Wartungsintervalle, da die den Abrieb schon hinter sich haben und das Öl ja auch nicht mit anderen Stoffen bzw. Russ in Berührung kommt.

  6. #6
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    Original von Ralf-T:
    Ja Ja, der gute Bobby Schenk...

    Ich würde mir an seiner Stelle die Frage stellen, warum und wo Wasser in den Saildrive eingedrungen sein könnte. Durch wechseln des Öls unter Wasser wird die Ursache bestimmt nicht behoben und in Kürze dringt neues Wasser ein. Aber so einen Freediver MUSS man schon an Bord haben um in jeder Situation gewappnet zu sein. Also sorry, das klingt duch wohl mehr als hanebüchen.

    Ich würde es wie in www.myhanse.com empfohlen einmal jährlich wechseln und das an Land. Mann sollte m.E. die Intervalle nicht allzu eng sehen, aber an die Adresse der Saildrive-Hersteller die Bitte, doch mal etwas Vernünftiges zu konstruieren.
    --
    Es grüßt der Ralf
    Wieso klingt das hanebüchen? Bitte mal den Artikel genau lesen. Nur weil der Herr Schenk heisst, muss man nicht gleich pauschal draufhauen. Sicher hat er sich Gedanken gemacht, woher das Wasser kommt. Aber als 1. galt, das eingedrungene Salzwasser schnellstmöglich zur Vermeidung von Korrosion aus dem Saildrive wieder rauszubekommen. Und da finde ich, ist jedes Mittel recht. Zumal mangels Verfügbarkeit eines geeigneten Travellifts oder Kran. Ob da nun versteckte Werbung drinsteckt oder nicht. Die Idee an und für sich ist doch genial.

    --
    Fair winds and clear skies

  7. #7
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    Original von skipklaus:


    Nur weil der Herr Schenk heisst, muss man nicht gleich pauschal draufhauen.
    Stimmt, mach ich auch nicht. Ich hab nicht gegen den Namen Schenk, im Gegenteil, ich war immer ein Fan des Blauen Bocks.

    Sicher hat er sich Gedanken gemacht, woher das Wasser kommt.
    Aber als 1. galt, das eingedrungene Salzwasser schnellstmöglich zur Vermeidung von Korrosion aus dem Saildrive wieder rauszubekommen. Und da finde ich, ist jedes Mittel recht. Zumal mangels Verfügbarkeit eines geeigneten Travellifts oder Kran.
    Wenn die Ursache nicht entdeckt wird, ist umgehend wieder Wasser drin, was soll das also?

    Ob da nun versteckte Werbung drinsteckt oder nicht.
    Oder dient die ganze Geschichte als Plattform für Werbung, der Verdacht könnte aufkommen? Den Eindruck habe ich bei Schenk übrigens permanent.


    --
    Es grüßt der Ralf

  8. #8
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    Warum sollte man im Saildrive das Öl jährlich wechseln? Das ist völlig überzogen, im Autogetriebe wechselt man das auch nach 20 Jahren nicht, und das ist viel, viel mehr gelaufen. Eine Volvowerkstatt hat mir gesagt, solange das Öl am Meßstab klar ist, kann es drinbleiben.

    Pamina

  9. #9
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    Original von Pamina:
    Warum sollte man im Saildrive das Öl jährlich wechseln? Das ist völlig überzogen, im Autogetriebe wechselt man das auch nach 20 Jahren nicht, und das ist viel, viel mehr gelaufen. Eine Volvowerkstatt hat mir gesagt, solange das Öl am Meßstab klar ist, kann es drinbleiben.

    Pamina

    Danke, das seh ich eigentlich genauso. Vielleicht sollte man das erste Mal nach der Einlaufzeit wirklich wechseln, aber dann? Regelmäßig am Peilstab kontrollieren ob genug und wasserfreies Öl da ist reicht doch.

    Ich hab mal gehört, das der Todfeind der Saildrives Angelschnüre sind, die sich um den Propeller wickeln und sich dann gerne in die Wellendichtung ziehen und diese dann zerstören, wodurch die Majonaise ensteht.
    --
    Es grüßt der Ralf

  10. #10
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    Original von Pamina:
    Warum sollte man im Saildrive das Öl jährlich wechseln? Das ist völlig überzogen, im Autogetriebe wechselt man das auch nach 20 Jahren nicht, und das ist viel, viel mehr gelaufen. Eine Volvowerkstatt hat mir gesagt, solange das Öl am Meßstab klar ist, kann es drinbleiben.

    Pamina
    Das mit dem jährlichen Wechsel sehe ich auch so. Den Ölzustand immer nur am Meßstab zu kontrollieren, würde ich so aber nur unterschreiben, wenn der Motor/resp. das Getriebe unmittelbar vorher gelaufen ist, Öl und evtl. vorhandenes Wasser also gut vermischt sind. Wenn sich im Öl lediglich eine geringe Menge Wasser befindet, siehst Du das bei kaltem Getriebe nicht am Meßstab, weil es sich unterhalb des Meßstabs absetzt. Dreh` im Winterlager die Ablaßschraube (nicht ganz) auf und kontrolliere die herausrinnenden Tropfen. Bei reinem Öl schraubst Du wieder zu und wendest Dich anderen Dingen zu; wenn Wasser dabei ist, Ölwechsel und viel Spaß bei der Ursachenforschung.


    Gruß

    Benno

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