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  1. #11
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    Original von pf:
    Ich hab mir im Januar einen gebrauchten Kleinkreuzer von 1992 gekauft, Microklasse, also 5,50 m lang. Ahnungslos, wie ich war, natürlich normal mit Kaufvertrag von privat, von MwSt keinerlei Rede.
    Hier im Forum später angemeldet und dann von der MwSt-Problematik gelesen. Da ich nicht wusste, ob ich alles richtig verstanden hatte, aber in der Ahnung, hier Probleme bekommen zu können, hab ich das Finanzamt jetzt angeschrieben und um Stellungnahme gebeten, ob ich MwSt hätte vom Vorbesitzer ausweisen oder bezahlen müssen. Hier die Antwort in vollständigem Wortlaut:
    "Sehr geehrter Herr Fedler,
    die Nachweispflichten über die Mehrwertsteuerzahlungen in den EU-Mitgliedstaaten sind mir nicht bekannt.
    Im Inland ist der Erwerb eines neuen Fahrzeuges aus der EU, und hierzu zählt auch ein Wasserfahrzeug mit einer Länge von mehr als 7,2 Metern, steuerpflichtig. Als neu gilt das Wasserfahrzeug, wenn es nicht mehr als 100 Stunden auf dem Wasser zurückgelegt hat oder wenn seine erste Inbetriebnahme im Zeitpunkt des Erwerbs nicht mehr als drei Monate zurückliegt.
    Gleiche Regelungen oder ähnliche Regelungen müssten in den EU-Mitgliedstaaten gelten. Die Kontrollen können sich nur hierauf beziehen.
    Mit freundlichen Grüßen"
    Wenn ich das richtig verstanden hatte, steht diese Auskunft in deutlichem Gegensatz zu der bisher hier im Forum kursierenden Meinung. Kennt jemand die o.g. Regelung oder ist die Auskunft gar falsch?

    Vielen Dank!

    Hallo,

    nun du brauchst nur den erstbesitzer bitten dir die rechnung
    zugeben auf der der Mwst steht , oder die werft anrufen und
    eine bestätigung für dieses boot erfragen das die mwst bezahlt ist
    und gut ist.

    Michael

  2. #12
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    Hallo Michael,

    das geht ja alles nicht, wie ich oben geschrieben habe:
    Das Boot ist von der russichen Werft Ricochet -ich sprech kein russisch. Selbst wenn, bezweifle ich, dass die Unterlagen von 1992 haben.
    Der Verkäufer an mich war kein Erstbesitzer.
    Trotzdem Dank an Alle für die aufklärungsreiche Debatte. Ist halt doch ein Thema, mit dem man sich wahrscheinlich befassen muss.

    Ist denn jemand schonmal kontrolliert worden?

  3. #13
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    Original von Belem:
    Original von Nauticat2006:
    Fazit: JEDE Lieferung im Binnenmarkt unterliegt grundsätzlich der Umsatzsteuer!
    So ist es, und die Steuererhebungsverfahren sind normalerweise so
    dicht, dass man der Umsatzsteuer nicht entgehen kann.



    Belem
    Nein sorry, so ist es wirklich nicht, zumindest nicht bei Booten. Ein Boot kann durchaus UST frei im Binnenland ausgeliefert werden. Lieferung und "In den Verkehr bringen" sind zwei paar Stiefel. Habe mir darüber extra mal ein Gutachten eines Fachmannes erstellen lassen. Sogar steuerfreier Transit ist möglich, z.B die Durchquerung Italiens um in Spanien zu versteuern, oder die Verbringung aus Kroatien in die Türkei durch Griechenland, wenn man es richtig macht und die Bestimmungen einhält. Das Anlaufen eines Binnenhafens heißt nicht zwangsläufig, dass ein Boot auch da versteuert werden muss, wenn man nur im Tranist ist, denn das ist kein "in den Verkehr bringen".

    Ich bin kein Steuerfachmann, aber da ich schon einige Schiffe hatte desöfteren mit diesem Thema konfrontiert worden und habe auch schon mehrfach die Versteuerung in verschiedenen Ländern durchgeführt.

    Denn, wie du richtig schreibst, die Erhebungsverfahren sind so dicht, daß in jedem Fall irgendwann die Nachfrage kommt. Tricksen läuft da nicht, auch wenn manche es glauben weil es etwas dauert. Die haben alle Infos über fast jedes Boot.

    Bei jedem meiner Boote kam irgendwann das FA und wollte Auskunft über die UST, obwohl sie fast alle im Ausland lagen.

    Hatte gerade letzte Woche wieder eine UST-Sonderprüfung für ein 1999 im Spanien gekauftes und 2001 wieder verkauftes Boot, daß dort natürlich korrekt versteuert war, aber nie in DL war. Die wollten wirklich bis in Kleinste jedes Details wissen unter Vorlage aller Belege.

    Haben dann aber auch einen Tag später schriftlich bestätigt, daß alles i.O war.

    Nur am Rande: Wo die Kohle dafür herkommt wollen sie natürlich auch wissen.











    [ Dieser Beitrag wurde von Gerd1000 am 25.06.2005 editiert. ]

  4. #14
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    Hi,
    problematisch halte ich die Herkunft des Bootes. Wenn es Russland als Produktionsort hat, dann kann jede kontrollierende Behörde davon ausgehen, dass zunächst die Vermutung "wurde nicht versteuert bis Nachweis erbracht" gilt. Lass Dir beim Grenzübertritt vom Zoll bescheinigen, dass Du das Boot dabei hattest!

  5. #15
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    Ich seh schon, dass das Thema durchaus nicht zu vernachlässigen ist. Nun, ich hab mir als Nachweis, dass ich das Boot nicht im Ausland (weil ich ja in Kürze nach Italien fahr) erworben habe den Internationalen Bootsschein beim ADAC besorgt, den man nur erhält, wenn man Kaufnachweis beifügt. Das Problem sollte also beseitigt sein. Aber ich werd mich auf jeden Fall nochmals mit dem FA auseinandersetzen...

  6. #16
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    Original von Gerd1000:
    Nein sorry, so ist es wirklich nicht, zumindest nicht bei Booten. Ein Boot kann durchaus UST frei im Binnenland ausgeliefert werden. Lieferung und "In den Verkehr bringen" sind zwei paar Stiefel.
    Ich hatte "Lieferung im Binnenmarkt" transitiv verstanden, also als
    "Lieferung in/für den Binnenmarkt". Bei Ware für das Weiterverbringen
    (Transit) in ein Land außerhalb der EU sind natürlich umsatzsteuer-
    freie Abwicklungen möglich. Das ist allerdings primär Sache des Ver-
    käufers, der bei einem Verkauf schließlich der Steuerschuldner ist.

    Belem

  7. #17
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    Hi,
    trotz der vielen Antworten ein wenig verwirrend für mich. Habe auch schon mit einem Steuerprofi darüber gesprochen und konstruiere drei Fälle, vielleicht kennt sich jemand aus.

    1. Boot unter 7 Meter, in England gebaut, vermutlich noch nie im Wasser - außer einem Test, bereits zwei Jahre alt, wird von England auf einem in Deutschland zugelassenem Trailer mit Deutschem Auto nach Deutschland transportiert, soll später in der EU (FR, IT, NL, DE) und zeitweise auch außerhalb EU im Urlaub (ca. 4 - 12 Wochen / Jahr) eingesetzt werden, übrige Zeit Liegeplatz Deutschland.

    Was muss beachtet werden, wo sollte man UST entrichten, wenn es von einem Händler kommt, auf was ist beim Vertrag zu achten? Was wenn von einer Privatperson?

    2. Boot über 7.50 Meter, in Deutschland gekauft, Bj. vor 1960 (aber ohne Nachweiß), keinerlei Papiere, auf Deutscher Werft in Bremen gebaut, von privat gekauft ohne UST im Kaufvertrag, Einsatz wie unter 1.

    Was muss beachtet werden, muss noch UST entrichtet werden, auf was ist beim Vertrag zu achten?

    3. Neues Boot in Spanien gekauft, unter 7 Meter, mit Trailer nach Deutschland (wie 1), Einsatz wie unter 1, eben nur nicht gebraucht.

    Was muss beachtet werden, wo sollte man UST entrichten, auf was ist beim Vertrag zu achten?

    Vielleicht habt ihr keine Antworten, aber kennt die Sparte die sich damit auskennen sollte und die man fragen kann.

    Vielen Dank
    He

  8. #18
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    na Belem da sind wir ja schon fast einer Meinung. Nur bei der Steuerschuld noch nicht. Wenn du eine zur Ausfuhr bestimmte steuerfreie Boots-Lieferung erhälst hast du die Steuerschuld, nicht der Verkäufer.

    Und zum Thema Bootsschein: Den bekommt man nicht durch Eigentumsnachweis, sondern schon durch Vorlage z.B eines Kaufvertrages,o.ä. Papiere, der aber noch keinesfalls die Eigentumsübertragung dokumentiert. Es gab genug Fälle, wo Diebe sich diesen besorgt haben, das Boot dann geklaut haben und richtige Papiere hatten. Der Besitz eines IBS dokumntiert keinesfalls rechtlich einwandfrei das Eigentum am Boot.

    Es ist auch geübte Praxis für Boote schon vor Fertigstellung oder Auslieferung den IBS zu besorgen. Der Eintrag in das Seeschiff -Register dauert ein paar Tage und man hat so nach der Übernahme sofort Papiere um loszfahren. Denn das Registergericht verlangt genaue Bestätigung der Eigentumsübertragung, die natürlich erst bei tatsächlicher Übergabe erfolgen kann und durch den Voreigner, Hersteller nachgewiesen und bestätigt werden muss.

    Beide Papiere, der IBS und das Schiffszertifikat sind aber keinerlei Nachweis über bezahlte UST oder den Kauf oder Aufenthaltsort. Sie werden auch für Boote ausgestellt,die in UST freien Ländern wie z.B Kroatien liegen oder dort erworben wurden. Auch wenn in den Papieren dann z.B. Heimathafen Hamburg steht.

    Nur beim Schiffszertifikat, das für Boote Deutscher über 15m übrigens Vorschrift ist, erhälst du einen Registerauszug, ähnlich einem Grundbuchauszug. Dieser dokumtentiert dann das Eigentum rechtlich eindeutig, aber nicht die Steuer oder den Kaufort.





    [ Dieser Beitrag wurde von Gerd1000 am 25.06.2005 editiert. ]

  9. #19
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    http://customs.hmrc.gov.uk/channelsP...yType=document


    Diese Seite habe ich noch. Da erklärt der englische Zoll ganz gut wie das so geht mit der UST innerhalb und außerhaöb der EU.

  10. #20
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    Original von Gerd1000:
    na Belem da sind wir ja schon fast einer Meinung. Nur bei der Steuerschuld noch nicht. Wenn du eine zur Ausfuhr bestimmte steuerfreie Boots-Lieferung erhälst hast du die Steuerschuld, nicht der Verkäufer.
    Der Verkäufer hat aber seinerseits zu belegen, dass Teile seines Um-
    satzes steuerfrei sind, weil sie zur Verbringung außerhalb der EU
    bestimmt sind. Im Normalfall muss ich als Unternehmer bei Geschäfts-
    sitz im Inland meinen gesamten Umsatz mit 16% oder 7% versteuern.

    Innergemeinschaftliche Lieferungen an Unternehmen und Exporte (in
    Länder außerhalb der EU) sind separat zu verbuchen und in der Um-
    satzsteuervoranmeldung und später der -erklärung gesondert aufzu-
    führen. Der Nachweis der Ausfuhr ist bei den Geschäftsunterlagen
    aufzubewahren, will man bei einer Betriebsprüfung Nachversteuerungen
    vermeiden.


    Beide Papiere, der IBS und das Schiffszertifikat sind aber keinerlei Nachweis über bezahlte UST oder den Kauf oder Aufenthaltsort. Sie werden auch für Boote ausgestellt,die in UST freien Ländern wie z.B Kroatien liegen oder dort erworben wurden. Auch wenn in den Papieren dann z.B. Heimathafen Hamburg steht.

    Nur beim Schiffszertifikat, das für Boote Deutscher über 15m übrigens Vorschrift ist, erhälst du einen Registerauszug, ähnlich einem Grundbuchauszug. Dieser dokumtentiert dann das Eigentum rechtlich eindeutig, aber nicht die Steuer oder den Kaufort.
    Dazwischen gibt es noch das vom BSH ausgestellte Flaggenzertifikat,
    auch kein wasserdichter Eigentumsnachweis, aber etwas offizieller
    und über die Jahre gesehen preiswerter als ein IBS.

    Belem

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