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  1. #1
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    Standard Seegattbetonnung im friesischen Wattenmeer

    Immer wieder hört man von Schiffen und Bestzung die in hiesige Gewässern, die in Seenot geraten.
    Nicht selten sind Grundseen die Ursache, bei falschem Tidentiming oder gar Notsituationen, die den Skipper veranlassen bei unklaren Verhältnissen ein Seegatt anzulaufen.
    Aber bitte erkläre mir jemand , wie diese gefährlichen Seegebiete wie z.B. Wangerooge/Spiekeroog zum unkalkulierbarem Russisch Roulette werden können, weil die Betonnung vertrieben ist oder gar fehlt !!?
    Wie reagiert hier z.B die Versicherung im Schadensfall ?

  2. #2
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    Standard

    Seegatten sind bei Starkwind i.d.R.mit großer Vorsicht zu benutzen.
    Generell gilt: neuste Karte! Möglichst je nach Gatt mind. 1/2 tide vor HW.
    Manche Gatten sind dann auch garnicht zu passieren oder vielleicht nur für Ortskundige.
    Ich laufe bei mehr als 6 Bft aus W - N kein Gatt in den ost oder nordfriesischen Inseln an. In NL geht dann noch Stortemelk bei Vlieland. oder der Anlauf von Den Helder + Lauwersoog.
    Bei mehr Wind laß ich es bleiben.

    Keine Ahnung was die versicheungen machen. Wahrscheinlich zahlen??!

    Gustav

  3. #3
    Tamino Gast

    Standard

    Die Seegaten sind die gefährlichsten Regionen im Wattenmeer. Bei Wind gegen Strom ist ab 6 Bft ein Befahren oft nicht mehr möglich. Auf die Sportbootkarten kann man sich nicht verlassen, da Sie meist im Februar hergestellt werden, im Laufe der Monate können sich die Wassertiefen und die Fahrwasser noch erheblich ändern. Daher sollte man die Nachrichten für Seefahrer studieren. Die Betonnung sollte nach Sicht genau abgefahren werden, da deren Lage häufig nicht mit der Karte übereinstimmt. Sind die Tonnen vertrieben, wie im Bereich Blaue Balje vor 10 Tagen, dann hilft der Revierfunk Jade-Traffic mit seinen Aussendungen über Kanal 20 ( h+10' ) weiter. Wie man sehen konnte, hatten aber nahezu alle Segler diese Warnung vor dem Vertreiben der Tonnen B5, B10 etc nicht gehört, denn sie fuhren brav den falschen Kurs. Für den Revierfremden wird es natürlich schwierig, wenn man einerseits nach Sicht fahren soll, andererseits diese Tonnen aber nicht richtig liegen.

  4. #4
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    Standard

    Zitat Zitat von Tamino
    Für den Revierfremden wird es natürlich schwierig, wenn man einerseits nach Sicht fahren soll, andererseits diese Tonnen aber nicht richtig liegen.
    Findest Du ??

    Eigentlich liegen sie doch gerade (in weiser Voraussicht) im Waddengebiet in enger Folge. Muss man halt nur fleissig abhaken. GPS Wegpunktnavigation ist natürlich VERBOTEN. Wie Du ja schon sagst, Karten sind bei Ausgabe z.T. schon veraltet. Neue Tonnennummern, neue Tonnenbezeichnungen. Aber im Fahrwasser bleibt grün immer noch grün und rot bleibt rot . Und die Nummern sind IMMER folgend. Es kommt also keine 9 nach 4. Also immer fein säuberlich abhaken. I.d.R sieht man die nächste tonne schon, wenn die alte abgehakt ist.

    Und bei Strom gegen Wind würde ich schon bei bft. 5 nur äusserst ungern durch ein Seegatt. Kommt natürlich auf die Bootsgrösse an bei dem ekeligen Seegang dort. Und auf die Wassertiefe Und welche Tidenzeit !!!! Letzteres wg. der Stomstärke.

    Oder so

    bisse Tage
    Grufti
    Mast- und Leistenbruch

  5. #5
    Tamino Gast

    Standard

    Grufti, Du hast mich mißverstanden. Die nicht richtig liegenden Tonnen waren in diesem Falle vertrieben und hatten keine korrekte Position. Wenn man dann nicht in etwas weiß wo die Tonne liegen muß, kann es für den Revierfremden Probleme geben.

  6. #6
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    Standard

    Gatt ist auch nicht gleich Gatt !

    Wangrooge / Spiekeroog: dort steht bei NW nur 1,2m. und Buhne H beachten !!!!!!!! es gibt nur ein Fahrwasser, welches direkt vor Spiekeroog verläuft !!!

    Da würde ich nie bei mehr als 6 Wind gegen Strom durch, aber bei Wind mit Strom kein Thema

    Spiekeroog / Langeoog : s.o.

    Langeoog / Baltrum: hier steht mehr Wasser bei NW man immer rein hier... ab 7 würde ich mir trotzdem in die Hose machen :-(

    Baltrum / Norderney: nicht betonnt und auch nicht befahrbar ! Zumindest für Fremde !

    Norderney / Juist: tief ist nur ein komischies Gefühl , da das Fahrwasser direkt am Strand vorbeiläuft.

    Juist / Borkum : ??


    Gruß

    Hilko
    liege in Benser- und Harlesiel mit meiner Beneteau
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  7. #7
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    Standard

    ach ja... möglichst immer Wind mit Strom... zur Not auch mal gegen den Strom motoren !
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  8. #8
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    Standard Seegatten

    Hallo Kaifisch,

    als Seegatten bezeichnet man die Wasserflächenzwischen zwei Landmassen (ob Inseln oder Festland - egal). Dem Wattenbereich vorgelagert sind die friesischen Inseln zwischen denen es jeweils Gatten gibt.
    Bei jeder Tide wird der Wattenbereich einmal gefüllt und geleert. Das hat zur Folge, dass das Wasser einmal rein- und rausläuft. Da es sich um riesige Wassermassen handelt, die aber z.T. durch sehr schmale Öffnungen ein- wie austreten müssen, ergibt sich jeweils ein enormer Tidenstrom, der schon mal zwischen 3 und 5 kn liegt, was für einen Segler, der gegen den Tidenstrom anläuft ein "schier unendliches Vergnügen" ist.
    Es ist aber nicht alleine der entstehende Strom zwischen den Inseln, der ein Gatt gefährlich macht, sondern die Sände, die durch den Tidenstrom transportiert werden. In der Regel liegt einem Seegatt auf der Seeseite ein Halbkreis von (Sand-)Untiefen, die an der Nordsee aus einer Wassertiefe von ca. 10 - 15 m auf eine Höhe von je nachdem 3 - 1,5 oder darunter recht steil ansteigt.
    Wenn man weiß und die Beobachtung an einem Strand lehrt das, dass eine Welle bei Annäherung an das Land sowohl höher als auch steiler wird, dann kann man sich "an fünf Fingern" abzählen, was das für eion Schiff bedeutet, das in ein Gatt ein- oder ausläuft.
    Der physikalische Zusammenhang ist dabei folgender:
    1) eine Welle besteht aus in Laufrichtung der Welle rotierenden Wasserteilchen
    2) die Wellenbewegung setzt sich bis in eine Tiefe von 1/2 Wellenlänge senkrecht in das Wasservolumen hinein fort (bei einer Wellenlänge von 50 m - das ist ganz normal in der Nordsee - also 25 m.
    3) Wasser ist nicht komprimierbar

    Konsequenz:
    a) Aus 2) und 3) folgt, dass sich eine dem Land nähernde Welle bei der dann geringer werdenden Wassertiefe irgend wann "auf den Erdboden" stellt. Genau das ist der Beginn der Grundsee-Situation. (Mithin haben wir es wegen der geringen Wassertiefe an der Nordsee in Küstennähe sehr schnell mit Grundseen zu tun!)
    Wo aber soll das Wasser der Welle bleiben, wenn sie sich auf den Erdboden stellt? Klar, sie hebt sich aus dem Niveau der bisherigen Wellenhöhe empor - sie wird also höher (bei gleicher Wellenlänge) [Aber dabei wird sie auch noch schneller in ihrer Fortpflanzungsgeschwindigkeit]
    b) mit dem Steiler-Werden der Welle (und damit zunehmender Instabilität - wenn man das so sagen kann) erfolgt wegen der Rotation der Wasserteilchen im oberen Teil der Welle ein zunehmendes "Vorauseilen" der Welle gegenüber ihrer "Basis" - es kommt irgend wann zum Überschlagen des Wellenkamms. Hat die Welle "genügend" Masse, so nennen wir das schlicht Brecher. Steht Welle gegen Wind, dann nimmt die Steilheit der Welle zu, weil der Wind das zeitige Überschlagen der Welle verhindert (so als ob die Welle ein Segel bilden würde) und sie so erst recht "auftürmt"
    c) Die Rotation der Wasserteilchen führt beim Mitlaufen mit der Welle (ggf. sogar surfen auf der Welle unter Umständen zu einer Verringerung des Ruderdrucks und damit zu einer möglichen Steuerunfähigkeit.
    d) gegen eine steile Welle anzufahren führt ggf. zu einer erheblichen Geschwindigkeitsreduzierung und damit auch wieder zu einer möglichen Steuerunfähigkeit.

    Nun, was hat das mit einem Seegatt zu tun:
    das brauche ich jetzt nicht mehr zu erklären, weil alles klar ist!

    Herzulichen Gruß

    Hans-Joachim Siegel

  9. #9
    Tamino Gast

    Standard

    gut erklärt...

  10. #10
    Registriert seit
    24.01.2005
    Beiträge
    515

    Standard Betonnung in Seegatten

    Hallo Kaifisch,

    ich glaube, die Diskussion ufert jetzt an Deiner ursprünglichen Frage vorbei. Ich gehe davon aus, daß Du die neuesten Seekarten an Bord hast und außer einem GPS auch ein Lot, das im Watt fast wichtiger ist. Um zu erfahren, ob Tonnen vertrieben sind, kannst Du jederzeit die betreffende Revierzentrale anrufen und nachfragen. Man wird Dir bereitwillig Auskunft geben. Die zuständige Revierzentrale findest Du in den Seekarten verzeichnet, sie steht auch in den Almanaken. Du mußt natürlich Funk an Bord haben. Aber ohne Funk wirst Du wohl ohnehin nicht ins Watt gehen wollen.

    zerberus

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