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  1. #1
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    Standard nicht betriebsbereites Handfunkgerät für Notfall an Bord: auch Funkzeugnispflicht ?

    Hallo allerseits,
    mal folgende praktische Annahme mit der Bitte um eine direkte sachliche Antwort (bitte ohne moralische Belehrungen bzgl. fehlender Seemannschaft usw. ) :

    Es wird im Hafenladen eine (meinetwegen in D zugelassene) Handfunke gekauft und man geht anschließend sogleich aufs Boot....

    - Revier: deutsche Ostseeküste
    - original verpacktes (und deshalb noch nicht angemeldetes) UKW Handfunkgerät,
    - ohne eingesetzte Batterien bzw. angeschlossenem Akku befindet sich
    - an Bord eines (<12 m, nicht ausrüstungspflichtiges) Bootes (ohne sonstige Funkanlage! abgesehen von einer Mastantenne) --> z.B. im Gepäck...
    - und soll nur im Notfall(!!!) benutzt werden

    --> Muss der Bootsführer bei einer Kontrolle dann trotzdem ein Funkzeugnis haben bzw. vorweisen können, obwohl das Handfunkgerät so nicht funktionstüchtig bzw. betriebsbereit ist ? (Natürlich wird es im Notfall dann aktiviert werden können, weil "Not kennt kein Gebot!")

    --> Wäre das noch konform mit der aktuellen Gesetzgebung (z.B. § 13 Schiffsicherheitsverordnung SchSV) ?

    Folgenden interessanten Leserbrief habe ich ich der aktuellen Yacht (06/2006) Seite 126 gelesen, Zitat....:
    "Die neuen Funkscheinregeln ärgern viele Leser. YACHT 3/06, S. 26

    • Gut, dass die YACHT dieses Thema öffentlich macht und auch die Rolle des Deutschen Segler-Verbands in diesem „Geschäft“ einmal aufzeigt. Wer genau hinschaut, wird in Paragraf 13 Schiffsicherheitsverordnung (SchSV) finden:
    „Bei einer Seefunkstelle darf mobilen Seefunkdienst oder mobilen Seefunkdienst über Satelliten nur ausüben, wer einen für die Funkstelle ausreichenden gültigen Befähigungsausweis nach Anlage 3 besitzt.“
    Hier ist eindeutig nur davon die Rede, dass Teilnahme am Seefunkdienst eine Befähigung voraussetzt!
    Es ist nicht ableitbar, dass schon die Existenz einer Anlage an Bord zwingend einen Schein voraussetzt. Das ist nichts Neues, und der Text gilt weiterhin.
    In der „12. Verordnung zur Änderung seeverkehrsrechtlicher Vorschriften“ vom August 2005 wird die Sportseeschifferscheinverordnung geändert. Zunächst wird klargestellt, dass es eine Verknüpfung zwischen irgendwelchen Segelscheinen und Funkbetriebsscheinen nicht gibt. So etwas war für 2008 vorgesehen und natürlich im Sinne des DSV. Dieser alte Passus wird gestrichen und durch die Formulierung ersetzt: „Führer von Sportfahrzeugen müssen ihre Befähigung zur Teilnahme am mobilen Seefunkdienst entsprechend der funktechnischen Ausrüstung des Fahrzeugs nachweisen.“ Auch aus diesem Text kann ich nicht erkennen, dass allein die Existenz einer Anlage an Bord einen Schein erfordert. Vielmehr lese ich, dass eine „Befähigung zur Teilnahme“ vorhanden sein muss. Das ist aber ebenfalls nichts Neues! Nun wurde wohl erkannt, dass die zitierten Texte eben nicht hergaben, was eigentlich gewollt war:
    Jeder Segelscheininhaber ab SKS aufwärts soll einen Funkschein haben. Der DSV steht dann mit Prüfern zur Verfügung und nimmt wohlwollend die Gebühren entgegen. Deshalb wurde die Lücke jetzt geschlossen. Das Bundesverkehrsministerium gab im Januar ein Merkblatt „Informationen über den mobilen Seefunkdienst und den Binnenschifffahrtsfunk“ heraus und erläutert darin unter der Fragestellung, ob es genügt, wenn die Seefunkanlage an Bord eines Sportfahrzeugs ausgeschaltet bleibt, weil der Führer des Sportfahrzeugs über kein oder nur über ein unzureichendes Seefunkzeugnis verfügt: „Es genügt nicht, dass die Seefunkanlage ausgeschaltet bleibt. Sie muss von Bord genommen und die Frequenzzuteilungsurkunde an die Bundesnetzagentur zurückgegeben werden.“
    Da lachen ja die Hühner! Wo sind wir, wenn durch ein Informationsblatt eines Ministeriums eine Sachlage behauptet wird, die durch den eigentlichen Verordnungstext überhaupt nicht gegeben ist und der DSV sich dadurch auf Einnahmen freuen darf? Das ist Realsatire."
    (Zitat-Ende)............................................. ......

    Nach dieser Interpretation wäre beispielsweise meine o.g. (bei einer Kontrolle noch original verpackte und nicht funktionstüchtige) "Notfall-Handfunke" also nicht "funkzeugnispflichtig", wenn sie sonst nie in Betrieb gesetzt wird, oder?

    Für sachliche Antworten wäre ich Euch sehr dankbar
    Gruß Fun_Sailor
    (Also nochmal: Bitte keine endlosen Moraldiskussionen mit erhobenen Zeigefinger.... wenn möglich on topic meiner gestellten Frage bleiben!! Danke!!! )
    uff...
    Jetzt erst recht: Cool bleiben... und weiter segeln! ;)

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von Fun_Sailor
    Es wird im Hafenladen eine (meinetwegen in D zugelassene) Handfunke gekauft und man geht anschließend sogleich aufs Boot....

    - Revier: deutsche Ostseeküste
    - original verpacktes (und deshalb noch nicht angemeldetes) UKW Handfunkgerät,
    - ohne eingesetzte Batterien bzw. angeschlossenem Akku befindet sich
    - an Bord eines (<12 m, nicht ausrüstungspflichtiges) Bootes (ohne sonstige Funkanlage! abgesehen von einer Mastantenne) --> z.B. im Gepäck...
    - und soll nur im Notfall(!!!) benutzt werden

    --> Muss der Bootsführer bei einer Kontrolle dann trotzdem ein Funkzeugnis haben bzw. vorweisen können, obwohl das Handfunkgerät so nicht funktionstüchtig bzw. betriebsbereit ist ? (Natürlich wird es im Notfall dann aktiviert werden können, weil "Not kennt kein Gebot!")
    Ich befürchte leider : -ja-, wenn man das Funkgerät bei dir an Bord findet, wirst du nach Funkzeugnis und Anmeldung gefragt.
    Es gab da mal den Begriff von: "innerhalb kurzer Zeit in Betrieb bringen.."
    .. und im Prinzip ist es ja das, was du im Notfall machen willst.

    Gruß

  3. #3
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    Standard

    Was macht der LKW Fahrer der die Dinger ausliefert? Also darf man ein Funkgerät besitzen aber nicht an Bord bringen....?

    Willy
    http://boote-wassersport-forum.de/index.php

  4. #4
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    Standard

    Zitat Zitat von Virus
    Was macht der LKW Fahrer der die Dinger ausliefert? Also darf man ein Funkgerät besitzen aber nicht an Bord bringen....?

    Willy
    Es gibt leider den Schwachsinn, dass man Geräte kaufen und besitzen darf (z.B. Radarwarner), aber nicht betreiben.

    Soll ja auch nur ein Warntipp sein, wie es gesehen werden kann.

    Gruß

  5. #5
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    Standard

    Die Fragestellung " nicht betriebsbereites Handfunkgerät für Notfall an Bord: auch Funkzeugnispflicht ? " ist als solche schon unlogisch.

    Ein "nicht betriebsbereites" Funkgerät kann im Notfall keine Hilfe sein, denn man kann es ja nicht betreiben (funken).
    Für ein betriebsbereites Funkgerät benötigt man ein Funkzeugnis.

  6. #6
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    Standard

    Zitat Zitat von Rheinsegler
    Für ein betriebsbereites Funkgerät benötigt man ein Funkzeugnis.
    Und eine Frequenzzuteilung.

    Wolfgang

  7. #7
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    Standard du wirst damit genau so bestraft -als wenn du eine FESTE/BETR.BEREITE installiert....

    du wirst damit genau so bestraft -als wenn du eine FESTE/BETR.BEREITE installiert hast.

    im notfall kannst du straffrei betreiben - aber nicht vorher besitzen ...

    mach's doch einfach soo : leg sie betriebsbereit in den "seenot-container" zu den signalmitteln...

    und riskiere einfach die erste strafe ... (gerät weg+ ordnungsgeld)

    erfahrungswert: dann aber hier reinschreiben

  8. #8
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    Standard

    Eine der Grundlagen aller Gesetze und Vorschriften im Telekommunikationsumfeld in Deutschland ist die abstrakte Betriebsbereitschaft eines Geräts als Grundlage für eine Sachbewertung.

    Beispiele:
    Ein TV Gerät, das auf dem Boden verpackt defekt steht, führt zur GEZ Pflicht.
    Ein Funkgerät, das ausgeschaltet ist, braucht eine Frequenzzuteilungsurkunde.
    Offene WLAN dürfen nicht grundstückübergreifend verwendet werden, auch wenn sie ausgeschaltet sind ... (O-Ton elektronische Vorschriftensammlung)
    etc.
    Also geh davon aus, das Du für die Handfunke einen Schein brauchst, alles andere hebelt Gesetzesgrundlagen aus.

  9. #9
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    Standard

    Zitat Zitat von bajou
    Also geh davon aus, das Du für die Handfunke einen Schein brauchst, alles andere hebelt Gesetzesgrundlagen aus.
    Das sehe ich genauso, und es ist schon erstaunlich, welch immer neue Spitz-
    findigkeiten sich Leute ausdenken, um vermeintliche Regelungslücken in den
    Gesetzen und Verordnungen zu ihrem geldwerten Vorteil auszunutzen.

    Die Gebühren der Frequenzzuteilung und die laufenden jährlichen Beiträge für
    Frequenznutzung und EMVG dienen zumindest teilweise der administrativen
    und technischen Sicherstellung eines störungsfreien Betriebs auf den Seefunk-
    kanälen. Man darf es getrost als Schmarotzertum bezeichnen, wenn jemand
    "für den Notfall" davon Gebrauch machen möchte, sich der Finanzierung der
    Voraussetzungen dafür jedoch entzieht.

    Belem

  10. #10
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    Standard

    Zitat Zitat von Belem
    Die Gebühren der Frequenzzuteilung und die laufenden jährlichen Beiträge für Frequenznutzung und EMVG dienen zumindest teilweise der administrativen und technischen Sicherstellung eines störungsfreien Betriebs auf den Seefunk-kanälen. Man darf es getrost als Schmarotzertum bezeichnen, wenn jemand "für den Notfall" davon Gebrauch machen möchte, sich der Finanzierung derVoraussetzungen dafür jedoch entzieht.
    "NOTRUF" was kann ich für Sie tun? - Ach wie ich gerade sehe funken Sie illegal. - Tja dann kommen wir nicht.

    Dann wird sicher der eine oder andere aufwachen...
    Gruß Uwe - und hier meine Homepage: http://www.hagenuwe.de

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