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  1. #1
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    Standard Umbau der Wanten und Stagen

    Hallo,
    der Vor-, Vorbesitzer meines Bootes hat einiges an den Wanten und Stagen verändert. Angeblich um das Boot für die Nordsee stabiler zu machen. Dazu hat er folgendes gemacht:

    Original hat das Boot: eine Oberwante über einen Saling und eine Unterwante (pro Seite natürlich). Dazu einen Babystag nach vorne und einen Vorstag für die Fock.

    Jetzt hat das Boot: Einen Heckstag, einen Vorstag (vom Top), den Vorstag für die Fock, die Wante über die Salinge und zwei Unterwanten (V-förmig angeordnet). Dafür hat er auf das Babystag verzichtet.

    Nun frage ich mich ob das wirklich mehr Stabilität bringt oder nicht. Durch das Topstag lässt sich das Stag für die Fock schlecht einstellen. Die Unterwanten nach vorne stören etwas beim Vorsegel. Bringen Heck und Vorstag im Top überhaupt was? Zudem will ich ja auch öfters mit dem Trailer unterwegs sein. Da erleichtert weniger natürlich auch das Verladen und aufstellen.
    Was meint ihr. Wieder den Originalzustand herstellen oder so lassen. Ich habe mal eine Graphik mit den Zusätzen in rosa angefügt.

    Gruß
    Onno
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  2. #2
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    ich bin kein Fachmann um das gelich vorweg zu sagen. Aber mein Boot war ebenfalls irgendwann mit einem Topstag zustätzlich zum Fockstag versehen worden.

    Da es mein Boot wie Deines ein Fraktionalrigg hat sorgte das Topstag in Verbindung mit dem festgezurrten Achtertag für eine gewisse Stabilität im Mast. Nachteil: "eingeschränkter" Segeltrimm.

    Maßnahme war: weg mit dem überflüssigen Topstag und das Achterstag trimbar machen.

    Wenn wie bei Dir der Mast auf Höhe der Saling verstagt ist muß neben der seitlichen Abspannung (Wanten) eine Abspannung nach vorne geben (Fockstag) und eine nach achtern. Beide müssen eigentlich im gleichen Punkt ansetzen. Entweder realisiert über Backstagen oder über gepfleilte Salinge mit nach hinter dem Mast ins Deck gehenden Wanten. Wenn das gegeben ist müßte das Topstag überflüssig sein.

    gruß
    Christoph
    (Wer Schreibfehler findet darf sie behalten.)

  3. #3
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    Aus rein trimmtechnischen Erwägungen ist an deinem Schiff einiges doppeltgemoppelt.

    Als erstes würde ich das Top-Vorstag abbauen. Das kann theoretisch sogar gefährlich sein, weil wesentlich mehr Stauchdruck im oberen Bereich auftreten kann, als bei einem 7/8-Rigg, wofür die Mastdicke ja berechnet ist und die Vorstagkräfte nicht ordentlich abgeleitet werden.

    Die Unterwanten nach Vorne (und das Babystag) sind auch nicht unbedingt nötig, wenn du ein Achterstag fährst. Die haben nämlich alle die gleiche Aufgabe, nämlich zu verhindern, dass sich der Mast in der Mitte nach vorn durchbiegt. Die eigentlichen Kräfte des Vorstags werden auf die Oberwanten abgeleitet, wobei wir wieder das oben beschriebene Problem haben, dass ein höher ansetzendes Vorstag kontraproduktiv ist.

    Theoretisch reicht also ein Rigg, bestehend aus 7/8-Vorstag, Oberwanten, Unterwanten hinten und (trimmbaren) Achterstag. Zur Sicherheit kannst du dann noch das Babystag oder die vorderen Unterwanten fahren, die den Mast bei hartem Wellengang ein wenig stabilisieren. Würde ich aber nur auf "fiesen" Revieren machen.
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    Geändert von Fmarx (23.04.2006 um 07:23 Uhr)

  4. #4
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    Gut, das klingt plausiebel. Aber warum verhindert ein Babystag ein durchbiegen nach vorne? Es spannt doch nach vorne ab. Das Heckstag ist nicht trimmbar (jedenfalls nicht so ohne weiteres). Dann könnte ich es doch eigendlich auch weglassen wenn ich dich richtig verstanden habe. Also wäre die Originalkonstruktion noch die beste Wahl oder? Wäre mir wegen "weniger" auch am liebsten.

    Gruß
    Onno

  5. #5
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    Zitat Zitat von docmandale
    warum verhindert ein Babystag ein durchbiegen nach vorne?
    Da habe ich mich falsch ausgedrückt. Das Babystag kann nur die gleiche Aufgabe wie das Achterstag übernehmen: Ziehen statt drücken. Allerdings ist das eher eine Verlegenheitslösung. Wesenlich besser ist ein Achterstag.

    Wieso ist das Achterstag nicht trimmbar? Achterstag kürzen und eine Talje mit Klemme einbauen. Überschaubare Kosten und keine Umbauten am Rumpf.

    Ich würde das Achterstag nicht weglassen. Ist eine simple und effektive Trimmhilfe. Falls es oben mit Segel kollidiert, dann mit Segellatte spreizen.

  6. #6
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    Alos das Achterstag setzt oben (um nicht mit dem Segel zu kollidieren) an einem Galgen an. Also quasi einem Ausleger von der Mastspitze weg. Wenn ich jetzt das Stag spanne, kommt zuviel Druck auf den Ausleger. Er wirkt dann als Hebel und würde wohl die ganze Konstruktion aus dem Mast reißen. Der Vorstag sollte dies wohl mit Gegenzug verhindern. Also eine ganz abenteuerliche Konstruktion .

    Gruß
    Onno

  7. #7
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    Zitat Zitat von docmandale
    Alos das Achterstag setzt oben an einem Galgen an. Also quasi einem Ausleger von der Mastspitze weg. Wenn ich jetzt das Stag spanne, kommt zuviel Druck auf den Ausleger. Er wirkt dann als Hebel und würde wohl die ganze Konstruktion aus dem Mast reißen. Der Vorstag sollte dies wohl mit Gegenzug verhindern.

    Gruß
    Onno
    Galgen ist normal. Wenn aus VA, dann einfach einen "Schuh" daranschweißen, der ins Mastprofil passt. Mach dich von dem Gedanken frei, dass auf dem Achterstag viel Druck stehen muss. Das ist lediglich zum trimmen und nicht zum Auffangen der Vorstagkräfte, was die Oberwanten machen.

  8. #8
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    Der Galgen ist selber gemacht und besteht aus zwei Aluprofilen die auf den original Mastabschluss geschraubt sind. Er steht etwa 35cm nach hinten über. Aber ich könnte ja mal probieren ihn ohne Vorstag zu stabilisieren. Ich muß mir das alles nochmal bei gelegtem Mast ansehen. Also entferne ich erst mal das Topvorstag und überlege mir ob ich die beiden vorderen Unterwanten lasse oder wieder den Babystag fahre. Babystag gefällt mir eigendlich besser.

    Gruß
    Onno

  9. #9
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    Babystag statt vordere Unterwanten hat man zu IOR Zeiten gemacht, weil es schneller zu trimmen ist. Ich kenne es nur in Zusammenhang mit einem Toprigg. Der Nachteil ist, daß es beim Halsen mit Spibaum oder Fockausbaumer hinderlich ist. Auch das Schothorn muß beim Wenden da vorbei, das ist bei vorderen Unterwanten, wenn die Schot innen geführt wird, nicht der Fall.
    Das ursprüngliche Rigg war vielleicht so eine Art Bergström-Rigg mit stark gepfeilten Salingen, um auf ein Achterstag verzichten zu können und ein stark ausgestelltes Großsegel zu ermöglichen.

    Gruß
    Manfred
    www.sy-stups.de
    www.ohlson-88.de

  10. #10
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    Also ich sehe das so:
    Ursprünglich war das Rigg so, dass man ohne Achterstag fahren konnte. Die gewollte Durchbiegung des Mastes wurde über das Babystag erzielt. Die Salingen waren wohl gefeilt, so dass die Püttings für die Oberwanten relativ weit zurückgesetzt werden konnten.
    Durch das Weglassen des Babystages konnte die Fock besser geführt werden.
    Dafür musste dann das Achterstag her, um das Rigg trimmbar zu machen. Achterstag ging aber nur mit Galgen. Galgen geht aber nur mit Gegenzug nach vorne, weil sonst große Kippkräfte im Masttop auftreten. Also musste das Topstag her (oder aber die Konstruktion des Galgens hätte sehr weit in den Masttop hineinreichen müssen, um das Kippmoment sicher aufzunehmen.
    Soweit erscheint mir der Umbau des Vorbesitzers logisch. Ich denke, dass ein Rigg ohne Achterstag in Extremsituationen (Patenthalse oder so) enorme Kräfte auf die Oberwanten ausübt. Der Winkel ist doch eher ungünstig zur Aufnahme großer Kräfte. Da ist man mit Achterstag eher auf der sicheren Seite. Was die doppelten Unterwanten anbelangt, verstehe ich es nicht. Ich würde folgendermaßen riggen: Nach hinten gesetzte Oberwanten, Vorstag, nach vorne gesetzte Unterwanten anstelle des Babystages, verbesserter Galgen, so dass du ohne Topstag auskommst und Achterstag zum trimmen.
    Gruß, Willi

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