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  1. #1
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    Standard Sind scheine notwendig ?? und wenn ja ,welche?

    Hallo zusammen

    Angeregt durch eine Kommentare der letzten tage will ich die Frage mal in den Raum stellen.
    Sind all die Scheine die man brauch notwendig oder ist es nur nen papier ?
    Ich kann den sinn mancher scheine schon verstehen ,möchte aber auch mal eine meiner Erinnerungen aus meiner Heimat wieder zutage holen:

    Ich hab damals viel von Cobh aus gesegelt ,richtung wexford oder Galway meistens ,mit verschiedenen Schiffsarten/klassen.
    In all den Häfen wo vorallem Fischer lagen, und auch viele Freizeitsegler waren dort ,gab es kaum einen der irgendwelche Scheine hatte ,und die meisten segelten/steuerten ihre geliebten kähne besser als jeden den ich sonst gesehen hatte.
    Die kinder die ich dort segeln sah hatten es von ihren Eltern oder oft vom Grossvater gelernt oder von Bekannten ,und nach einiger Zeit konnten die das dann auch .
    Und keiner von denen hatte irgendwelche scheine ,das war den Iren um mich herum auch viel zu teuer ,und wenn was passierte warst du so oder so der gears--te ,da half dir dann auch kein schein weiter ,weder zur verteidigung noch zum schadensrecht.
    Meistens wurden Bootsunfälle per vergleich entschieden , wer schuld hatte war der geimerte ,und wenns nicht klar war half jeder dem anderen weiter sein Boot wieder flott zu machen (fand ich immer noch die faireste lösung)und wenns nich durch arbeit ging dann durch gegenseitige finanzhilfe der schäden( und nichts mehr).
    Ich finde schon dass man durch mit/segeln das lernen sollte,aber ist jeder der scheine notwendig?in meinen augen nicht .

    Ich bin 3.5 Jahre ´´schwarzgesegelt´´ und hab keinen Unfall gebaut ,weder auf der Nordsee noch auf ner Atlantiküberfahrt ,die einzigen unfälle die ich hatte wurden immer von scheinbesitzern ausgelöst , einer in holland (prollyacht schneidet unsere fahrrinne und 300t bremst man nicht in 40m) und ein zweiter vor Irland( da ist uns nen Franzose in die seite gefahren weil sein Radar ausgefallen war)

    Also ,her mit euren meinungen/vorschlägen

  2. #2
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    Standard

    Zum Segeln sind auch in Deutschland (mit den Ausnahmen Bodensee, Berlin, Sachsen und (aber da bin ich mir nicht ganz sicher) Rhein keine Scheine erforderlich. Vorgeshcrieben sind sie niur, wenn mehr als 5 PS Motorleistung an Bord vorhanden sind.
    Versicherer und Vercharterer sehen Segelscheine natürlich gern.

    Ich sehe das mit den Scheinen sehr zwiespältig. Einerseits erwirbt man sich mit den verschiedenen Kursen für die Scheine auch gut Wissen, andererseits gibt´s, denke ich, viele, die nach frisch erworbenem Schein den Glauben haben, jetzt könnten sie´s...

    In den brandenburgischen und mecklenburgischen Gewässern gibt´s ja für Hausboote den "Charterschein", den der unbeleckte Charterkunde nach kurzer Einweisung erhält. Man könnte nun denken, da schwabbeln jeden Menge Zeitbomben übers Wasser. Die Vercharterer sehen´s anders: die haben mehr Probleme mit Führerscheinneulingen oder Führerscheininhabern ohne oder mit weit zurückliegender Praxis (wie mir jemand von Kuhnle mal auf der Berliner Bootsmesse erzählt hat)

  3. #3
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    Standard

    Um eine für alle gleiche Grundbasis zu schaffen sind die Scheine nicht schlecht (z.B. Vorfahrtsregeln u.ä.). Aber eine gute Praxisausbildung von "klein auf" (von der Jolle über Kleinkreuzer bis zur Jacht) finde ich ist genauso wichtig (wenn nicht sogar wichtiger ? als die theorielastigen Scheine). Man fängt ja in anderen Sportarten auch nicht gleich in einer oberen Liga an...
    Der Seestudent

  4. #4
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    moin,
    mal vorne weg, mir ist ein verantwortungsvoller segler ohne schein lieber, als ein rüpel mit schein. soll nicht heißen das die scheine überflüssig wären !!!
    mir klingelt da was im ohr, da war doch irgendwas mit der segelfläche, zumindest in bayern auf dem waginger see, schon ewigkeiten her (letztes jahrtausend). unter x m² mein ich war das scheinfrei, gibts das heute noch ??? weiß da irgendjemand was ?

    bis denn

  5. #5
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    Standard klar sind Scheine notwendig

    ... schließlich sind sie gesetzlich vorgeschrieben, wenn man mit mehr als 5 PS herumfahren will oder z.B. funken will ... sonst kostet's Strafe und ggf. auch den Autoführerschein.

    Außerdem find' ich für Anfänger die SBF sinnvoll. Leider sind über die Hälfte des Prüfungsstoffs bürokratischer Unfug. Aber der Rest ist trotzdem wichtig. Derjenige, der den Schein macht, muß sich mit der Thematik beschäftigen und bekommt eine Orientierungshilfe, welche Themen wichtig sind.
    Man kann dann selber entscheiden, ob man einfach die Prüfungsfragen auswendig lernt und nachher wieder vergißt ... oder aber sich weiter Theorie aneignet und begreift, was da gemeint ist. Praxis ist bei den Scheinen ja wenig gefordert ... aber auch schlecht abprüfbar. Das Mann-über-Bord-Manöver .z.B hab' ich bei Flaute machen müssen. Der überbord Gefallene wäre wahrscheinlich längst nach Hause geschwommen.

    Der Schein selber befähigt allerdings zu garnichts! Wichtig ...wie bei allem im Leben ... ist praktische Erfahrung. Aber mit einem Grundstock an theoretischem Wissen kann man vielleicht einige Fehler in der Praxis vermeiden.

    Leute, die schon von Kindesbeinen an in einem Boot gesessen haben oder mehrere tausend Meilen im Kielwasser haben, brauchen sicher keinen Schein ... es sei denn, sie wollen irgenwo mit irgendwas fahren, wo der Schein Pflicht ist. Für andere, die spät mit dem Hobby angefangen haben ... ist der ein oder andere Schein schon sinnvoll ... oder eben vorgeschrieben.

    Die Struktur der Scheine in 'D' scheint mir ein bißchen zu komplex zu sein. Zu viele verschiedene Prüfungen mit zu viel verschiedenen redundanten Stoffinhalten sind da zu finden ... und damit Prüfungsgebühren.
    Andererseits kann sich jeder aussuchen, was er lernen oder abprüfen lassen will. Schließlich ist alles, was nicht vorgeschrieben ist, Sport!
    Meiner Meinung nach, sollte z.B. der SBF-See auch die paar unterschiedlichen Regeln für Binnen mit beinhalten und damit auch Binnen gültig sein. Gleiches gilt für SRC und Ubi. Eine abgespeckte Version kann es ja trotzdem geben. Die kombinierten Prüfungen spiegeln das aber wider. SKS halte ich für überflüssig, da der nur den SBF-See um ein bißchen Gezeitenrechnung ergänzt. ... dann schon direkt SSS.
    SHS ist etwas für Freaks.
    Der Knallschein ist nichts weiter als eine Zusammenfassung der Gebrauchsanleitungen und ein paar Paragrafen. Aber vermutlich ist zu viel Unfug mit Seenotsignalen getrieben worden ... so daß das sein muß.

    Erfahrung ersetzen die Scheine alle nicht ... daher muß jeder wissen, was er braucht und wofür er Geld ausgibt.
    Wer keine Erfahrung hat, kann sich mit den Scheinen aber zumindest die Theorie aneignen. Mit genügend Selbstdisziplin kann man auch auf die Prüfung von freiwilligen Scheinen verzichten. Aber man darf sich nicht in 'Schein'-Sicherheit wiegen.

    ... aber das ist nur meine Meinung

    Gute Nacht!
    Ralf

  6. #6
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    Standard

    Zitat Zitat von Dreimastbark
    Die kinder die ich dort segeln sah hatten es von ihren Eltern oder oft vom Grossvater gelernt oder von Bekannten ,und nach einiger Zeit konnten die das dann auch .
    Und keiner von denen hatte irgendwelche scheine ,das war den Iren um mich herum auch viel zu teuer ,und wenn was passierte warst du so oder so der gears--te ,da half dir dann auch kein schein weiter ,weder zur verteidigung noch zum schadensrecht.
    Ach ja, die gute alte Zeit. Und noch ein paar Jährchen früher, als sich Homo erectus erstmals in seinen selbstgebauten Schiffen lang machte, konnten die Ärmsten noch nicht einmal von ihren Eltern lernen, was ein Skipper alles beherrschen muss. Das haben die sich selbst beigebracht. Und gab es mal Streitigkeiten fern ab vom Neandertal, weil der Einbaum mangels "Kollisionsverhütungsregeln" versenkt wurde, landete der Übeltäter einfach im Kochtopf. Also ich stimme Dir voll und ganz zu: Scheine sind absolut überflüssig!! Neumodisches Zeug. Basta.
    Geändert von Nautilus (08.07.2006 um 08:10 Uhr)

  7. #7
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    Notwendig sind nur die beiden SBF Motor Scheine, wenn denn 5PS auf der Welle(!) installiert sind.

    Sinnvoll ist eine andere Frage. Es wird immer wieder behauptet, die Scheine seien unnötig, aber in der Ausbildung erlebe ich es immer wieder, dass gerade die, die am lautesten schreien, die größten Aha Erlebnisse haben, wenn man ihnen ein paar Dinge erklärt.

    Ich habe auch über 20.000 Meilen abgesegelt ohne einen Schein zu haben. Ich gehöre tatsächlich zu denen, die von ihrem Grossvater - immerhin gestandener Admiral - Segeln gelernt haben, aber es gab da einen ganz wichtigen Punkt: Mir wurde Verantwortungsgefühl beigebracht und daher habe ich, als ich denn selber verantwortlich ein Schiff geführt habe, die Scheine gemacht. Einerseits um mich selber zu zwingen das ganze Thema einmal komplett anzuschauen und zum anderen, damit mir keiner mit einem Befähigungszeugnis vor den Nase herum wedelt. Denn auch ich habe noch gelernt, dass derjenige mit dem höchsten Patent an Bord verantwortlich ist - wenn derjenige nicht den Skipper übernimmt, muss das im Logbuch mit Begründung vermerkt werden, aber wenn was passiert ist derjenige trotzdem mit vor dem Seegericht.

    Im übrigen sind die Scheine weder teuer noch wirklich schwierig, der einzige Grund sie nicht zu machen, ist die Angst zu versagen.

  8. #8
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    Ich lese immer theorielastig.

    Wenn man - wie vorgeschrieben - die erforderlichen Meilen mindestens
    als "Wachführer" oder ich sag mal mit "wachem Auge" gefahren ist und
    so war es bei mir mit SKS und SSS zusätzlich ein jeweils einwöchiges
    intensives Skippertraining vor der Prüfung abnsolviert hat, ist man durchaus
    auch praktisch ausgebildet.

    Aus meiner Sicht kommt "wirkliche" Erfahrung - weil mit Verantwortung und
    entsprechender Aufmerksamkeit verbunden - aus dem eigigenen Engagement
    als Skipper. Der Rest ist eine Frage der Gelegenheit. Man sucht sich ja
    schließlich keinen schweren Sturm um die Erfahrung zu sammeln und dann
    wiederum hilft eben beim ersten Mal wohl nur theoretisches Wissen.

    Klar ist theoretisches Wissen nur eine Seite der Medaille und muss praktisch
    vertieft sein. Aber manche Dinge muss man eben "wissen" und nicht alles
    Wissen kann aus praktischer Erfahrung kommen. Per definitionem solches
    was evtl. tödliche Unfälle vermeiden hilft. ;o)
    Und ich sach noch: Mach das nich....

  9. #9
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    Zitat Zitat von Seestudent
    Um eine für alle gleiche Grundbasis zu schaffen sind die Scheine nicht schlecht (z.B. Vorfahrtsregeln u.ä.).
    Bitte vorsichtig sein mit einem Wort wie "Vorfahrt"! Vorfahrt gibt es zwar
    auch auf dem Wasser, aber ausschließlich im Fahrwasser von deutschen
    Seeschifffahrtsstraßen für den dem Fahrwasserverlauf folgenden Verkehr.
    Ansonsten haben wir es mit Ausweichregeln zu tun, und das ist nicht nur
    eine andere Bezeichnung, sondern dahinter steckt eine ganz andere Philo-
    sophie als hinter dem Vorfahrtsbegriff. Vor allem sollte man seine Vor-
    stellungen, die man aus dem Straßenverkehr hat, komplett über Bord
    werfen. Sie führen auf dem Wasser in die Irre.

    Belem

  10. #10
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    Ist das gleiche wie im Sportauchen:
    Die Scheine sind letzlich der Grundstock um lernen zu duerfen.
    Durch die Scheine selbst lernt man den kleinsten gemeinsamen Nenner der Theorie (SBF) und den Buerokratenkram.
    Macht man das ganze im Verein kommt auch noch etwas Praxis hinzu.
    Das ganze versetzt einen in die Lage dann "wirklich" lernen zu duerfen.

    Autodidakten sind oftmals mindestens genauso gut !

    Was mich ankotzte waren die Leute, die wenn der "Lehrer" mal etwas ueber den tellerrand blickend vom Thema abschweifte und aus der Realitaet plauderte dazwischenriefen :"Das ist doch nicht Pruefungsrelevant"

    Stimmt es eigentlich, dass weniger als ein Viertel aller SBF-Absolventen nacher den Schein ueberhaupt verwenden ???

    Viele Gruesse

    Micha

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