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Thema: Cockpitbänke

  1. #11
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    Hallo Ihr Holzwürmer,

    ich will hier kurz berichten, wie ich die Holzbänke gebaut habe. Auf unserem Boot – Bavaria 820, Baujahr 85 – waren die alten Bänke im Laufe der Zeit verrottet, auch weil die Schnittkanten nicht geschützt waren. Vor drei Jahren habe ich dann beschlossen, alle Holzbänke zu erneuern und bei dieser Gelegenheit ein paar Verbesserungen anzubringen.

    Das Ausgangsmaterial war Stabdeck von 15 mm Stärke. Es besteht aus 7-fach verleimtem Bootsbausperrholz von 12 mm mit aufgeleimten Teakstäben von 3 mm Dicke und 45 mm Breite. Die Fugen von etwa 5 mm sind fertig vergossen. Dieses Material bekommt man in wenigen Größen und muss dann eine ganze oder halbe Platte abnehmen. Es ist auch ziemlich teuer, ca 180 €/qm. Deshalb muss man einen sehr genauen Schnittplan machen. In Berlin habe ich es hier bekommen:

    http://www.kaehne-bootsausstatter.de/index2.html

    Ich habe dort die gelieferte Platte nach meinem Schnittplan aufschneiden lassen, was von der Chefin sehr fachmännisch – Verzeihung, fachfraulich – gemacht wurde. Ich halte das für notwendig, weil man dadurch sehr saubere Schnittkanten bekommt.

    Die erste Verbesserung gegenüber dem Original: Zur Versiegelung habe ich auf alle (!) Schnittkanten Teakleisten von 15 x 15 mm, vorn 15 x 20 mm hochkant geleimt. „Hinter“ die vordere Abschlussleiste habe ich eine Leiste 5 x 30 mm geleimt. So konne ich die vordere Sitzkante schön abrunden. Verwendet habe ich Bootsbauerleim, die Leisten wurde zusätzlich mit wenigen Niroschrauben befestigt, damit sie beim Anpressen nicht verrutschen.

    Die zweite Verbesserung: Die Steuerbordbank, die ein Deckel für eine sehr große Backskiste ist – wir haben keine Hundekoje – ist zeimlich lang. Um an die Lebensmittel – Brot, Kartoffeln, Gemüse – zu kommen, die sich in Kunststoffcontainern dort befinden, musste man jedesmal den ganzen Deckel aufmachen. Ärgerlich, wenn das passierte, während man da am Tisch saß.

    Beim Neubau habe ich den Deckel zweigeteilt (siehe Bild 1). Jetzt muss man nur den „vorderen“ Deckel hoch heben, um an das Zeug zu kommen. Damit kein Steg zwischen den beiden Deckeln stehenbleibt, wenn man beide aufmacht, habe ich unter den hinteren an der gemeinsamen Seite eine Leiste geleimt, auf die sich der vordere „abstützt“. Darauf ist Gummi geklebt, so dass diese Verbindung einigermaßen wasserdicht ist. Einen normalen Regen hält diese Abdichtung aus, beim Reinigen darf man aber den Wasserstrahl nicht direkt draufhalten.

    Die Hölzer sind nun drei Jahre in Betrieb, sehen gut aus – silbergrau, Teak auf See – und sind absolut plan. Nichts hat sich verzogen. Ich denke, sie werden Pamina und mich überdauern.

    Der Holzfachmann möge mir meine etwas laienhafte Arbeit nachsehen, ich bin Elektrofuzzy und kein Holzwurm. Es hat trotzdem Spaß gemacht.

    Adventliche Grüße aus dem sonnigen Berlin

    Klaus von der Pamina

  2. #12
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    Pamina, danke für Deinen Bericht !
    Gruß
    Winfried

    www.heinkele.net

  3. #13
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    @ Pamina

    Überhaupt nicht laienhaft Ich würde sagen perfekt.

    Das hält ewig, verzieht sich nicht und sieht gut aus.
    Mir als Schreiner wären halt die 180 €/qm zu teuer, deshalb nähme ich Massivholz. Recht viel billiger wäre das aber wahrscheinlich auch nicht.
    ...der sich gerne selbst, manchmal aber auch andere verarscht

  4. #14
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    Hallo Oldman,
    in den Baumärkten gibt es seit einiger Zeit mehrere Varianten (Namen fallen mir nicht ein) von von Gartenbauharthölzern die ähnlich wie Mahagoni aussehen.Habe die seit 3 Jahren auf dem Balkon.Sieht super aus.
    Das Schönste ist der Preis: ca. 10-30 € für den Quadratmeter.
    Meine Cockpitbank werde ich auch daraus bauen.

    Heinrich

  5. #15
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    Klar doch Heinrich. Ist ja nur ein gewisser nostalgischer Grund der Segler immer wieder zu Teak und Mahagoni greifen lässt.
    Womit ich nicht sagen möchte, daß diese beiden Hölzer nicht sehr gut geeignet sind, Bei einem Schiff - und aussen.
    Gibt aber, wie du selbst sagst noch ein halbes Dutzend anderer Hölzer die dafür genauso geeignet sind, Jedenfalls bei Cockpitbänken
    ...der sich gerne selbst, manchmal aber auch andere verarscht

  6. #16
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    Zitat Zitat von Heinrich01
    Hallo Oldman,
    in den Baumärkten gibt es seit einiger Zeit mehrere Varianten (Namen fallen mir nicht ein) von von Gartenbauharthölzern die ähnlich wie Mahagoni aussehen.Habe die seit 3 Jahren auf dem Balkon.Sieht super aus.
    Das Schönste ist der Preis: ca. 10-30 € für den Quadratmeter.
    Meine Cockpitbank werde ich auch daraus bauen.

    Heinrich
    Hallo Heinrich,

    meinst Du Bangkirai? Das ist ein tolles Holz, ich habe damit auch unseren Balkon ausgelegt, sieht gut aus. Man sieht dieses Holz inzwischen oft als Material für die Stege in Hafenanlagen.

    Das Holz ist aber massiv, unseren Balkonbretter sind 25 x 145 mm. Es kann sich und wahrscheinlich wird es sich deshalb nach einiger Zeit verziehen. In Greifswald, wo unser Boot liegt, haben sich manche Bretter wie ein Flitzebogen verworfen und mussten nachgehobelt werden, weil sie Stolperfallen bildeten. Bedenke das.

    Dass die Bretter seeehr rauh sind – oh, mein Hintern – lässt sich eventuell beheben, mit einem Bandschleifer. Probier es aber vorher aus.

    Gruß Klaus
    Geändert von Pamina (14.12.2006 um 10:33 Uhr)

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