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  1. #1
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    Standard H-Boot vs. Albin Express

    Hei-Ho,
    Welches Boot macht (Jugendlichen/Junggebliebenen) einfach nur mehr SPAß?
    Genussvolles Heizen, angenehmes Steuerverhalten, schickes Höhelaufen oder (relative) Unzickigkeit. Bisschen See-sicherheit auch.
    (Was kann einem den Spaß verderben an diesen Kisten? So notorische Schwächen....)
    Danke,
    die schlei-jugend

  2. #2
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    Standard H-Boot

    Was einem "Spaß" macht, ist ja sehr individuell. Selber kenne ich nur das H-Boot. Das verhält sich nicht sehr jollenartig, hat mir aber immer viel Spaß gemacht. Am Ruder ist es schon ein wenig träge mit großem Wendekreis, und wenn man es nicht aufrecht segelt (regattmäßig am besten 10-12 Grad Krängung), bekommt man eine Menge Ruderdruck. Dafür läuft es tolle Höhe, und bei mehr Wind hat man immer ein sicheres Gefühl.

    Es hat nicht viel Anfangsstabilität, so dass es viel bringt, wenn die Mannschaft ausreitet, das ist schon etwas jollenartig. Mir gefällt das konventionelle Hängen mit Reitgurten auch viel besser als der Krampf bei Booten mit Reeling (Beneteau 25 und Konsorten), auf der man sich beim "Ausreiten" den Magen einquetscht. Bei viel Wind an der Kreuz hat man gut Lachen, wenn man mit viel schneller bewerteten "Sportbooten" wie den besagten Beneteaus mithalten kann.

    Unter Spi wird das H-Boot dann nicht zur Rakete, weil es nicht gleitet (das habe ich nur einmal fast Vorwind in einer 7er- Böe erlebt). Nach meine Beobachtung fährt die Express aber auch immer als Verdränger, und schießt nicht plötzlich los, sondern fängt eher an zu geigen (>wie beim H-Boot: immer dem pendelnden Spi hinterhersteuern). Der H-Boot Spi hat übrigens eine geniale Form, die sehr ruhig und fast von alleine steht, das merkt man beim Halsen, und man kann ihn viel mit der Leeschot fahren und muss den Achterholer nicht dauernd nachstellen.

    Bei Leichtwind >2 Bft. ist das H-Boot etwas unterbesegelt, was man mit passendem Trimm einigermaßen ausgleichen kann (wenig Wantenspannung, Fockfall lockern, Gewicht nach vorne).

    Übernachtet habe ich nur einmal auf dem H-Boot, dabei hatte ich das Gefühl, dass es stark schaukelt (das lag vielleicht aber auch am Bier). Wie das H-Boot auf See und mit Reff o.ä. fährt, kann ich nicht berichten. Auf der Havel haben wir einmal eine 8er-Böe abgwettert, indem wir das Groß geborgen haben und nur mit Fock weitergesegelt sind.

    Mir selbst macht das Segeln im Korsar mit Trapez am meisten Spaß:
    www.korsar.de

  3. #3
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    Die Express, die ich oft gesegelt habe, ist die schwedische Interpretation des Themas X-79. Tiefes Cockpitt, annehmbarer Lebensraum, steif und bei Starkwind sicher, schnell ab Bft. 2-3. Darunter, da Genua fehlt, schwierig. Gut und ruhig unter Spi auch bei Wind und Welle. Glibscht, geigt nicht. Stabil gebaut. Mag sein, dass das alles auch fürs H-Boot stimmt, das ich nie gesegelt habe. Carsten

  4. #4
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    Hey dann Sprech ich jetzt mal als Jugendlicher

    Also von den beiden Booten (habe beide Gesegelt...) Aufjedenfall die Express!
    das H Boot ist einfach veralltet... Damit Rufe ich jetzt sicher Protest hervor aber ich und auch keiner meiner Freunde würde auf sonem Boot gerne Segeln.

    Wir Leben in der Zeit der SPORTboote... Schonmal über eine Melges; J80 oder ein Skippi 650i nachgedacht? Die Dinger segeln sich wie Jollen und es macht einfach unheimlichen Spaß unter Genaker mit den Dingern zu gleiten und einen großen preislichen Unterschied giebt es zumindestens bei der Skippi nicht, wenn mann davon ausgeht das du ein vernünftiges H Boot bzw eine vernünftige Express kaufen willst.

    LG
    aus Cuxhaven
    Geändert von Sprintaspeed (05.08.2008 um 19:40 Uhr)

  5. #5
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    Danke, Leutz!
    Wegen limitiertem Budget gibts keine Melges und co.... und es sollen auch mal Touren gesegelt werden, durch die dänische Südsee oder so.
    Zum fetzen haben die Leute einen 29er und ne Motte zur Verfügung, manche surfen auch oder segeln Hobie.

    In Schweden gibt es Expressen für ab 70.000 SEK, um die 100.000 SEK kann man gut ausgestattete Exemplare kriegen, die alles Wesentliche an Bord haben und nicht rott sind. Wie gesagt, keine Klassenregatten.
    (= 7.500 - 10.500 euro)
    www.blocket.se

    schaun mer mal.....

  6. #6
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    Standard H-Boot Stärken und Schwächen

    Seglerisch finde ich am H-Boot keine Schwächen, man ist, besonders bei mehr Wind ab 3 Bft., immer flott unterwegs. Besonders gut finde ich, dass es sich sehr leicht händeln lässt. Um die wenig überlappende Fock dichtzuholen, braucht man die Winschen fast nicht. Und auch der Spi ist zu zweit super zu setzen, bedienen und zu bergen. Gut, damit es noch schneller geht, kann man auch einen dritten Segler beschäftigen. Wegen des Ausreitgewichts auf der Kante haben wir mal überlegt, Regatten bei Wind zu viert zu segeln, verboten wäre das nicht. In meinem Verein gibt es einen H-Boot Segler, der Clubregatten auch mal einhand segelt. Dazu klemmt er die Pinne fest, geht nach vorne, setzt den Spibaum und den Spi, undsoweiter - scheint bei wenig Wind und glattem Wasser jedenfalls zu gehen.
    Wenn man mehr Segler als drei beschäftigen will, ist ein anderes Boot vielleicht besser > Express oder x79? Die J24 vielleicht auch, die soll aber nicht sehr kentersicher sein, was man so hört und liest.

    Bei älteren H-Booten (vielleicht auch Expressen?) muss man auf Osmoseblasen achten, ein Schaden, den man reparieren kann, der aber gelegentlich auftritt. Jedenfalls ältere Artekno- und Botnia-Boote haben das Problem, Elvström vermutlich auch. Spätestens seit den 90er Jahren (oder Mitte 80er?) haben OL-Boats und Frauscher mit besonderer Osmosebeständigkeit geworben.

  7. #7
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    Ja, H-Boote sehen relativ einfach zu händeln aus - hier liegen einige, und die werden auf der Schlei meist einhand gefahren, auch mit Spi! Sind natürlich erfahrene Segler, viele über 60. Auf die Ostsee gehen sie meist zu 2.
    Kompliziert sind Albin Schiffe eigentlich generell nicht, egal ob man die Cumulus, Cirrus, Ballad oder Accent nimmt - die Express eher auch nicht. (Was so die Eigner sagen). Osmose ist bei Albin wohl auch kein Problem, und nicht jeder Pickel am Rumpf ist Osmose; da machen sich manche sinnlos verrückt, irgendwie scheint mir das ein "Mode-Thema" zu sein. Wir reden hier von Booten die 30 Jahre alt sind, dass die nicht nagelneu aussehen, ist wohl klar. Trotzdem lassen einige Eigner den Rumpf neu aufbauen - runterschleifen, Epoxi rauf, versiegeln, und bezeichnen das als Osmoseschutz. Tatsächlich will man wohl eher mal 20 Schichten altes abblätterndes Antifouling anständig runterkratzen.....
    X-79 wär der Traum, aber unter 18.000 euro ist wohl kein ordentliches Boot zu kriegen, viele sind einfach grauenhaft weich und durchgeleckt. J 24 hat die Gruppe bereits zur Vergfügung - ist auf Touren aber nicht so beliebt. Hat kein AF drauf, steht an Land, wir nur zum Training oder für Regatten ins Wasser gebracht.
    Naja, bisschen Zeit haben wir ja noch....

  8. #8
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    Moinsen,

    verspätet noch mein Senf dazu, weil ich mich für meinen Verein auch schon einmal mit dem Thema Bootswahl beschäftigt habe.
    Wir haben (unter anderem...) seit 1994 eine vereinseigene Albin Express UND zwei J-24 für unseren Nachwuchs.
    Die J-24 ist weiter verbreitet und hipper, weil die Szene sehr jung ist und sehr viele vereinseigene Boote darunter sind. Dieser Faktor ist nicht zu unterschätzen!!! Dafür ist sie auch "nur" für das Racen zu gebrauchen (auch wenn mal auf Krampf Touren gesegelt werden, doch die meisten haben nicht mal Posis, das sagt schon alles...). Dies allerdings auf vergleichsweise hohem Niveau = hohes Budget für stets konkurrenzfähige Ausrüstung.

    Die Express ist ambivalenter einsetzbar und geht bei Youngstern als vollwertiges und sportliches Tourenschiff durch. Sie benötigt unterm Strich auch ein niedrigeres Budget. Das Regattaniveau in GER ist amateurmäßiger und man kommt lokal (lokal heißt: eigene Gruppen auf der Elbe, selten allenfalls Ostsee; mehr als 15-20 Einheiten sind in Norddeutschland auf der Bahn nicht unterwegs) durchaus zu Erfolgen. International geht man unter, weil das Niveau in Skandinavien viel höher ist. Die meisten Boote sind Eignerboote so um und bei 30-jährig und werden nur zum Touring und damit (leider!!) unter ihren Möglichkeiten genutzt.

    H-Boote? An der Küste? Würde ich nicht für die Jugendausbildung nehmen. Die Klasse ist einfach zu alt (nicht die Boote...), die Möglichkeiten des Bootes besonders im Vergleich zur Express viel zu eingeschränkt. Völlig sinnlos.

    An der Ostsee wäre die J-80 nach meiner Ansicht noch bedenkenswert, macht konzeptionell aber keinen Sinn, wenn man schon eine J-24 hat.
    Allgemein: Wenn in großen Feldern viele Gleichaltrige segeln und anschliessend eine gute Party steigt, liegt man etwa richtig. Deshalb gibt es auch noch JWKs. Und deshalb könnt Ihr Folkes und H-Boote (zumindest hier oben) ausklammern.

    Grüße,


    Andreas

  9. #9
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    Zitat Zitat von Sprintaspeed Beitrag anzeigen
    ...das H Boot ist einfach veraltet...
    Protestieren will ich nicht weil hier bei uns sagt man 'Jeder Jeck ist anders'.

    Aber nur 'veraltet' ist ein schwaches Argument.

    Da würde mich schon die Sachgründe interessieren, warum Jugendliche das so sehen. Also sowas wie Segeleingenschaften, Bedienung, Lebensraum oder Cockpitgestaltung, oder so....

  10. #10
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    Standard H-Boot vs Albin Express

    Zitat Zitat von Makani Beitrag anzeigen
    Genussvolles Heizen, angenehmes Steuerverhalten, schickes Höhelaufen oder (relative) Unzickigkeit. Bisschen See-sicherheit auch.
    Hallo,
    an das H-Boot erinnere ich mich aus früheren Zeiten als Regatta-Segler in Bayern (bin jetzt Kieler). Dort machte es Spaß, weil es stark besetzte Felder gab.

    Aber:
    Der "Spaß" beim H-Boot-Segeln ist m. E. sehr abhängig von der Windstärke. Bei 1 - 2 Bft ist das Boot untertakelt. Bei Windstärken über 5 wird es Kampf und ist vielleicht kein Spaß mehr für Jugendliche.

    Über die Eigenschaften unter Spinnaker ist hier schon geschrieben worden. Hinzuzufügen wäre, dass der Spi auf H-Booten nur über Ratch-Blöcke gefahren wird, ohne Winsch. Das Vorwind-Segel ist zwar nicht übermäßig groß, die Kräfte sind bei etwas mehr Wind durch die fehlenden Gleit-Eigenschaften des Rumpfes aber enorm!

    Weiter ist jedenfalls bei einem (ehemaligen) Regatta-H-Boot keine Reffmöglichkeit des Großsegels vorgesehen. Diese ist auch nicht einfach nachzurüsten, denn das Großfall wird per Kugel im Masttopp arretiert. Das Fall dient nur zum Hochziehen des Segels und ist nicht für dauernde Belastung mit der Wind- und Schotlast des Großsegels ausgelegt. Nebenbei kann dies zu panischen Momenten bei Hafenmanövern unter Segeln führen, wenn man das Groß im entscheidenden Moment nicht herunterbekommt.

    Bei viel Wind lässt sich das H-Boot allerdings in der Tat gut allein unter Fock segeln - durch das tiefe v-förmige Vorschiff sogar am Wind, ohne dass es zu leegierig wird.

    Das Cockpit des H-Boots ist eng. Das Boot ist nach heutigen Maßstäben sehr schlank und es gibt keine Seereling. Bei einem falschen Tritt kann man schon mal im Bach landen.

    Der Albin Express (in den jüngsten Baujahren übrigens: Elan Express) fehlt zwar auch die große Genua, um eine Leichtwindrakete zu sein. Insgesamt dürfte sie für Eure Zwecke aber das geeignetere Boot sein. Mehr Platz an und unter Deck, bessere Allround-Segeleigenschaften, Seereling und Reffmöglichkeit.

    Ansonsten: Sprinta-Sports sind zwar aufgrund ihres Alters auch nicht mehr besonders hipp, werden aber mittlerweile sehr günstig gehandelt, sind seetauglich und in Anbetracht ihrer Bootsgröße (7,00 m) auch heute immer noch schnell. Besonders auf der Kreuz lassen sie so manche moderne Konstruktion hinter sich. Das Platzangebot sollte für 4 nicht allzu verwöhnte Jungendliche ausreichend sein. Ich erinnere mich an diverse Nordseewochen, bei denen solche Schiffe als Vereinsboote von Jugendlichen nicht nur schnell gesegelt, sondern auch während der Regattaveranstaltung dauerhaft bewohnt wurden.
    "delicious" ist eine Jeanneau Sun 2000. Innen spartanisch. Außen mit viel Segelspaß....

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